Viele Wildtiere suchen die Nähe zum Menschen und nutzen dessen Umfeld bei ihrer Suche nach Unterschlupf und Nahrung sowie zur Vermehrung. Hatten Sie schon einmal Marderspuren auf Ihrem Auto oder sogar ein Wildschwein vor der Tür? Egal ob positive oder negative Erfahrung, für das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier im städtischen Bereich gilt es einiges zu beachten.

Bitte respektieren Sie die Wildtiere. Das heißt: nicht füttern und Abstand halten!

Wildschweine

Immer häufiger kann es passieren, dass man einem Wildschwein begegnet. Und zwar nicht beim Waldspaziergang, sondern im eigenen Garten oder mitten in der Stadt. Was zieht die Schwarzschweine in unsere Siedlungen?

 

Warum zieht es Wildschweine in die Städte?

Der Grund für den Umzug der Wildschweine liegt auf der Hand: In urbanen Ballungsgebieten, besonders in den gartenreichen Randgebieten, finden die umherziehenden Rotten reichlich Nahrung. Denn Wildschweine fressen fast alles was sie mit ihrem Rüssel erschnüffeln können: Fallobst, Feldfrüchte, Gartenabfälle, Aas, Würmer – beliebt sind auch gut sortierte Komposthaufen. Außerdem sind die Tiere – abgesehen vom Straßenverkehr – in der Stadt relativ sicher und Parks und Grünflächen bieten genügend Versteckmöglichkeiten. Doch diese tierische Nachbarschaft erfreut nicht jeden.

 

Schaden durch Wildschweine

Denn die Schweine richten mit ihren Durchpflügungszügen erheblichen Schaden an: Gärten und Parks müssen für viel Geld neu bewirtschaftet werden, Wildunfälle mehren sich auf den Straßen und Menschen sorgen sich beim Spaziergang, eine Bache mit Jungtieren zu treffen. Viele fordern daher mehr Abschüsse. Allerdings gestaltet sich die Bejagung in Städten generell als sehr schwierig. So zählen beispielsweise Berlins Wälder zu den Naherholungsgebieten und es wimmelt dort vor Besuchern, die das Jagen unmöglich machen.

 

Neues Revier: Gärten, Spielplätze und Friedhöfe

Inzwischen haben sich die klugen, eigentlich nachtaktiven, Schweine an den Menschen gewöhnt und durchsuchen auch am Tage nicht nur private Gärten, öffentliche Parks und Spielplätze nach Nahrung, sondern hinterlassen auch auf Gräberanlagen wahre Schlachtfelder. So hat etwa der Friedhof in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark), auf dem viele Prominente begraben liegen, bereits mehrmals Alarm geschlagen. Auf dem denkmalgeschützten Areal, das mit mehr als 200 Hektar zu den größten Begräbnisstätten Europas zählt, sind fast 20 Wildscheinjäger im Einsatz. Doch eindämmen lässt sich die Zahl der Tiere dadurch kaum. Das Ergebnis: verwüstete Gräber und fassungslose Angehörige.

 

Warum werden es immer mehr?

Ein Grund für die Ausbreitung der Wildschweine ist der Klimawandel, denn durch die zunehmend milden Winter sterben immer weniger Frischlinge. Ein weiterer Grund ist, dass die Schweine durch die Zunahme von Schneisen und Rodungen begonnen haben, ihre arttypischen Waldreviere zu verlassen und zu wandern. Und zwar dorthin, wo mehr Futter und bessere Verstecke zu finden sind. Hinzu kommt der wachsende Monokulturen-Anbau von Futterpflanzen, allen voran Mais. In den riesigen Feldern finden die Schweine nicht nur reichhaltig zu fressen, sondern auch blickdichten Unterschlupf. Die Bauern klagen über gravierende Ernteausfälle und fordern mehr Abschüsse. Doch werden die Schweine in der Flur stärker gejagt, zieht es die anpassungsfähigen Tiere vermehrt in die Städte. Ein Teufelskreis. Ausgedehnte und gesunde Wälder mit Dickichten und Feuchtgebieten, der eigentliche Lebensraum der Säuger, gibt es dagegen immer weniger. Wir Menschen müssen wohl lernen, mit Wildtieren wie Füchsen, Waschbären und eben Wildschweinen in unseren Städten zu leben. Die einzige Alternative: Den Tieren wieder den Lebensraum zurückzugeben, der ihnen von Natur aus zusteht: Den Wald.

 

Wie kann ich mein Grundstück sichern?

  1. Oberstes Gebot: Nicht Füttern!
    Manche Menschen vermuten, dass die Tiere Hunger leiden und füttern sie deshalb. Dadurch werden die Wildschweine in die Wohngebiete hinein gelockt und leben in einigen Rotten dauerhaft im Stadtgebiet. Auch sollte nach dem Grillen im Park aufgeräumt und Essensreste nicht den Tieren überlassen werden.
  2. Keine Gartenabfälle in der Umgebung abladen!
    Gartenbesitzer, die aus falsch verstandenem Ordnungssinn ihre Gartenabfälle und Kompost im Wald oder dessen Umgebung abladen, füttern unbewusst neben Ratten auch Wildschweine. Die Tiere gewöhnen sich schnell an diese bequeme Nahrungsquelle.
  3. Komposthaufen sichern!
    Der Komposthaufen sollte von einem Zaun gesichert werden, Abfalltonnen sollten immer geschlossen sein.
  4. Garten einzäunen!
    Der Rüssel der Wildschweine ist ein hervorragendes Riechorgan. Selbst aus weiter Entfernung wittern sie Knollen, Zwiebeln und Obst. Stabile Zäune mit einem in der Erde eingelassenen Sockel und einer Mindesthöhe von ca. 1,50 cm – denn Wildschweine können auch springen! – halten die wilden Besucher ab. So genannte Wühlstangen können zusätzlich verhindern, dass die Schweine mit ihren Rüsseln den Zaun hochbiegen.

 

Wie verhalte ich mich richtig, treffe ich ein Wildschwein?

  1. Ruhe bewahren!
    Wer einem Wildschwein begegnet, sollte nicht in Panik verfallen oder aus Angst schreien.
  2. Rückzug bieten!
    Wildschweine greifen in der Regel keine Menschen an, solange sie nicht bedrängt werden. Daher ist es wichtig, dass die Tiere eine Rückzugsmöglichkeit haben.
  3. Langsam entfernen!
    Hektik, Schreien, plötzliches Losrennen und mit den Armen fuchteln fördert nur mögliche Konfrontationen, denn die Tiere könnten dieses Verhalten als Angriff deuten. Deshalb: Langsam entfernen, besonders wenn es sich um eine Bache mit Frischlingen handelt.

 

 

Quelle: Wildschweine in der Stadt - Plage oder tierische Mitbewohner? - TIER.TV

 

Bitte beachten Sie auch unsere veröffentlichten Hinweise zu Wildtieren in der Stadt.
Die Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften“ des DJV e.V. erhalten Sie im Rathaus.

 

Rotfüchse

Der Rotfuchs ist ein gerissener Jäger und das größte Raubtier in der Stadt. Er ist sehr anspruchslos hinsichtlich seines Lebensraumes, bevorzugt jedoch Waldlandschaften mit angrenzenden Feldern und Wiesen. Wo Stadtparks und Mülleimer genügend Nahrung und Raum zum Unterschlupf bieten, fühlt sich der Rotfuchs aber auch pudelwohl. Er erbeutet kleinere Nutztiere wie Kaninchen und Hühner. Der Fuchs ernährt sich von Kleinsäugern, Vögeln, Insekten, Aas, Beeren und anderen Früchten. Aber auch Picknickreste und Katzenfutter sind für ihn verlockend. Füchse können sehr gut graben, klettern und springen.

Prävention:

Vermeiden Sie Futterquellen wie Haustierfutter vor der Tür oder tierische Abfälle auf dem Kompost. Katzenklappen sollten über Nacht verschlossen werden. Die Tiere finden selbst kleinste Schlupflöcher in Hühner- und Kaninchenställe. Ställe benötigen robuste und feinmaschige Zäune mit Überdachung und mindestens 80 cm tiefer Einlassung im Bodenbereich.

Warum sind die Tiere gefährlich:

Füchse sind nicht aggressiv und lassen sich einfach vertreiben. Trotzdem sollte man die Tiere nicht anfassen und Haustiere fernhalten, da sie Krankheiten wie Tollwut, Räude, Fuchsbandwurm oder Staupe übertragen können.

Was ist zu tun, wenn Sie Rotfuchs gesichtet haben:

Rufen Sie das Ordnungsamt oder die Polizei. Diese verständigen den zuständigen Jäger, der nach Lösungen zur Vertreibung suchen wird. Auf keinen Fall füttern und nicht streicheln!

 

Quelle: Deutscher Jagdverband e.V.

 

Bitte beachten Sie auch unsere veröffentlichten Hinweise zu Wildtieren in der Stadt.
Die Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften“ des DJV e.V. erhalten Sie im Rathaus.

 

Steinmarder

Marder sind nachtaktive Raubtiere, die in ganz Europa vertreten sind. Der Steinmarder besiedelt Wälder und offene Landschaften sowie alte Gebäude und Dachböden in bewohnten Gegenden. Das Lieblingsversteck der Marder ist der Motorraum von Autos. Auf der Suche nach Unterschlüpfen findet der Marder selbst kleinste Schlupflöcher und er kann aus dem Stand bis zu 3 Meter hoch springen.

Prävention:

Zugänge und Schlupflöcher am Haus wie beispielsweise Öffnungen durch lockere Dachziegel sollten verschlossen werden. Ihr Auto schützen Sie durch versperren der Zugänge zum Motorraum oder bspw. durch elektrische Marderschutzgeräte. Auch laute Geräusche können Marder wirksam vertreiben. Mardersprays oder Hundehaare wirken hingegen meist nur kurzzeitig.

Was ist zu tun, wenn Sie einen Marder gesichtet haben:

Wenn Sie einen Marder auf dem Dachboden haben, rufen Sie das Ordnungsamt oder die Polizei. Diese verständigen den zuständigen Jäger, der nach Lösungen zur Vertreibung suchen wird. Auf keinen Fall füttern und nicht streicheln!

 

Quelle: Deutscher Jagdverband e.V.

 

Bitte beachten Sie auch unsere veröffentlichten Hinweise zu Wildtieren in der Stadt.
Die Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften“ des DJV e.V. erhalten Sie im Rathaus.

 

Waschbären

Der Waschbär mit seiner typischen weiß umränderten, schwarzen Gesichtsmaske, ist sehr anpassungsfähig und bewohnt sowohl Wälder, offene Landschaften als auch urbane Räume. Die nachtaktiven Allesfresser haben meist nur einen kleinen Aktionsradius in der Nähe verschiedener Futterquellen wie etwa Obstbäume, öffentliche Müllkörbe in Parks oder an Imbissbuden. Auch Mäuse, Vögel und Fische kommen bei Waschbären auf die Speisekarte. Tagsüber ziehen sich die Tiere auf Schlafbäume, Dachböden oder andere ruhige Verstecke zurück.

Prävention:

Waschbären haben eine sehr gute Spürnase. Daher sollten Futterquellen wie Haustierfutter, tierische Abfälle auf dem Kompost und das Fallobst auf der Wiese über Nacht entfernt werden. Türen, Zugänge und Katzenklappen sollten verschlossen werden. Auch Mülltonnen sollten zusätzlich durch Spanngurte oder Steinplatten gesichert werden. Um Krankheiten wie Staupe oder Räude zu vermeiden, halten Sie Ihre Haustiere fern. Vergrämungsmaßnahmen durch penetrante Gerüche, Lärm oder Bewegungsmelder wirken meist nur kurzzeitig.

Was ist zu tun, wenn Sie einen Waschbären gesichtet haben:

Waschbären sind sehr wehrhaft und lassen sich nicht ohne Weiteres vertreiben. Rufen Sie das Ordnungsamt oder die Polizei. Diese verständigen den zuständigen Jäger, der nach Lösungen zur Vertreibung suchen wird. Auf keinen Fall füttern und nicht streicheln!

 

Quelle: Deutscher Jagdverband e.V.

 

Bitte beachten Sie auch unsere veröffentlichten Hinweise zu Wildtieren in der Stadt.
Die Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften“ des DJV e.V. erhalten Sie im Rathaus.

 

Brut- und Setzzeit der wildlebenden Vögel und des Haarwildes

Jedes Jahr im März beginnt die sogenannte Brut- und Setzzeit, also die Zeit von Ende März bis Mitte Juli, in der die wildlebenden Vögel brüten und das sogenannte Haarwild Junge bekommt.

In dieser Zeit werden viele Tierkinder geboren. Vor allem Hundebesitzer stehen in der Pflicht, denn stöbernde und jagende Hunde können viel Schaden anrichten. Hochträchtige Rehe, Rehkitze, junge Hasen, Frischlinge oder Vogelküken sind bei Weitem nicht schnell genug, um flüchten zu können. Gebiete, in denen sich Rehe befinden, z.B. die Wiesen und Wälder in Ruhlsdorf, die Hollandwiesen, die Buschwiesen oder die Staedtlersiedlung, sollten in dieser Zeit am besten gemieden werden. In den Wäldern sind Hunde sogar generell an der Leine zu führen, wie es im Waldgesetz des Landes Brandenburg geschrieben steht. Sind sie dies nicht, begeht der Hundehalter eine Ordnungswidrigkeit.

Suchen & Finden
Suchen:
Kontakt Öffnungszeiten News RSS Feed
Schriftgrösse + -
Kontrast