Klimaschutz für die Kleinsten - und vor allem mit ihnen

Fachtag von MenschensKinder Teltow berät über Nachhaltigkeit in Kitas:

Während am 20. September tausende Menschen für einen wirksameren Klimaschutz in Deutschland und der Welt auf die Straße gingen und die Regierung in Berlin ihren Klimaschutzplan vorstellte, machte man in Teltow Nägel mit Köpfen. Und zwar da, wo es möglicherweise am Wirksamsten ist, nämlich bei MenschensKinder Teltow, dem Kita-Eigenbetrieb der Stadt.

Schließlich geht es beim Thema Nachhaltigkeit immer um die nächsten Generationen. „Ihr seid schon alt, wir wollen es werden“, stand auf einem Plakat bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen. Treffender kann man es nicht ausdrücken. Die Teltower Kitas jedenfalls haben offenbar den Weckruf verstanden und auf ihrem Fachtag im Stubenrauchsaal und Räumen in der ehemaligen Bürgelschule nach Möglichkeiten gesucht, den Alltag in allen Einrichtungen so umzugestalten, dass nachhaltiges Verhalten zur Maxime wird.

Mehr noch - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer legten größtes Augenmerk auf die Frage, wie die betreuten Kinder selbst in diese Aufgabe einbezogen werden können, wie die pädagogischen Fachkräfte den Kleinen umweltgerechtes Handeln bewusst machen können. Schließlich ist die Veränderung von alltäglichen Gewohnheiten in erster Linie eine Frage des Bewusstseins bei Kindern, Erziehern und auch Eltern.

Und so wurden auch alle diese Gruppen in die Überlegungen des Fachtages eingebunden. Nach einer einführenden Rede von Werkleiterin Solveig Haller wurden die Teilnehmer zunächst durch den sehr aufrüttelnden Dokumentarfilm „Mädchen bringt Politiker zum Weinen“, in besagtes Thema eingeführt. In dem Streifen macht eine Heranwachsende Politikern schwerste Vorwürfe wegen deren Tatenlosigkeit angesichts der drohenden Klimakatastrophe. Ein uns allen bekanntes Szenario. Jeder denkt an Greta Thunberg und deren „... wie könnt ihr es wagen!“, aber der Film ist von 1992.

Kaum etwas ist seitdem geschehen, das wurde auch den Teilnehmern des Fachtages sehr bewusst. Und diese Bewusstheit nahmen sie mit in die insgesamt acht Workshops, angeleitet von verschiedenen Fortbildnerinnen unter der Koordination von Julia Michael, Sozialpädagogin und Expertin in der Bildung für nachhaltige Enzwicklung. Alle Workshops arbeiteten an der Fragestellung, wie Bildung für nachhaltiges Verhalten in Einrichtungen der Kinderbetreuung umzusetzen sei, aber jede Leiterin eines Workshops verfolgte ihr Ziel mit einer anderen Methode, um am Ende möglichst viele unterschiedliche bündeln zu können.

Was am Ende des Tages zusammengetragen wurde, sind Ergebnisse, die sich sehen lassen können. Sie beginnen mit der schlichten Erkenntnis, dass Kinder zur Liebe zur Natur sowie zur Achtung des Lebens erzogen werden müssen. Klingt simpel, ist aber in einem eher städtisch geprägten Ballungsraum wie TKS beileibe nicht selbstverständlich schon vom Elternhaus vorgeprägt.

„Wir Erwachsenen müssen den Kindern bewusst Erlebnisräume schaffen, bei ihnen Kreativität entwickeln und ihr Selbstbewusstsein stärken, damit sie später auch tatsächlich Einfluss nehmen und für sich einstehen können“, so Haller. Auch ganz praktische Ideen warten nun auf ihre Umsetzung in den Kitas. So soll der bewusste Umgang mit Nahrungsmitteln thematisiert werden, in dem beispielsweise regionale und saisonale Produkte bevorzugt werden oder den Kleinen vermittelt wird, sich nur so viel auf den Teller zu füllen, wie sie auch essen können. Möglicherweise soll sogar ein Teil des benötigten Gemüses aus eigenem Anbau kommen, wenn in den Einrichtungen Hochbeete mit integriertem Wassertank selbst gebaut werden.

Der Prototyp dessen ist übrigens bereits jetzt im Vorgarten des Mehrgenerationenhauses Philantow zu sehen. Angestoßen wurden auch Themen wie Müllvermeidung (besonders brisant die Frage nach den Wegwerf-Windeln) oder die kontrovers diskutierte Problematik Stoffhandtücher oder solche aus Papier. „Noch längst nicht alles ist in trockenen Tüchern“, so Werkleiterin Haller nach dem Fachtag, „aber wir gehen konkrete Schritte und setzen damit Zeichen für alle Bürgerinnen und Bürger nicht nur in Teltow. Und darauf kommt es uns an.“

Mehr Informationen sind einem Video zu entnehmen, das Sie hier finden.

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