Abschlussbericht zur Teltower Kita „Käferland“ liegt vor

Der Kita-Eigenbetrieb der Stadt Teltow schlägt den Stadtverordneten den Abriss des alten Gebäudes der Kita „Käferland“ im Anne-Frank-Weg 1 und einen Neubau an dieser Stelle vor.

Hintergrund ist der jetzt vorliegende Abschlussbericht des Umweltexperten Prof. Dr. Rainer Macholz zur Bauwerksuntersuchung im Kita-Gebäude. Dabei ging es darum, die Ursachen für den Austritt von Naphthalin zu bestimmen.

Nach Auffälligkeiten und einer ersten Untersuchung war die Kita im April 2019 geschlossen worden. In den vergangenen Monaten fanden Kernbohrungen zur Klärung des Aufbaus von Wänden und Fußböden statt. Außerdem sollten teerhaltige Baustoffe nachgewiesen werden, aus denen Naphthalin austritt.

Laut Prof. Macholz fanden 102 Probenentnahmen statt, es gab 17 chemische Analysen auf Naphthalin und Naphthalin ähnliche Verbindungen. An vier Probeentnahmepunkten fanden zudem Untersuchungen auf Fasern statt. In 13 von 17 Analysen wurden zum Teil sehr hohe Gehalte von Naphthalin und Naphthalin ähnlichen Verbindungen gefunden. Das erklärt die Schadstoffbelastung in einzelnen Räumen“. Betroffen sind laut Prof. Macholz der Anbau des heutigen Küchentrakts, Kellerräume und Sanitärräume im Erdgeschoss.

„Aufgrund des nun vorliegenden Ergebnisses haben wir uns entschlossen, den Gedanken einer Grundsanierung des alten Gebäudes zu verwerfen, da sich diese nicht mehr zielführend und vor allem nicht mehr wirtschaftlich darstellt“, so Kita-Werksleiterin Solveig Haller und Bürgermeister Thomas Schmidt. In der aktuellen Haushaltsdiskussion soll deshalb vorgeschlagen werden, das Bestandsgebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten.

Die Betreuung der 65 Kita-Kinder ist aber gesichert. Bereits seit Schließung im April 2019 sind sie im „Legohaus“ des Anne-Frank-Hortes (John-Schehr-Straße 15) untergebracht. Die ersten und zweiten Klassen des Hortes verbleiben im sogenannten Flachbau, der eine Kapazität von 100 Kindern hat. In der Anne-Frank-Schule selbst kommen die Hortkinder ab der 3. Klasse unter. Dort kann am Nachmittag auch die Mensa mitgenutzt werden. Auch im „Legohaus“ ist trotz der Belegung mit den Kita-Kindern noch Platz für Hortkinder.

„Wir wissen, dass dies für alle Seiten eine Herausforderung ist, sind aber fest davon überzeugt, dass wir diese mit Eltern und Erziehern gemeinsam schultern werden“, so Haller und Schmidt. Außerdem werde mit dem Neubau der Kita dieser traditionsreiche Standort qualitativ enorm aufgewertet.

Hintergrund: Anlass der umfangreichen Untersuchungen waren auffällige Gerüche, die im Februar 2019 in der Kita „Käferland“ festgestellt wurden. Eine erste Analyse des Stahnsdorfer Toxikologen und Lebensmittelchemikers Professor Rainer Macholz der Kita „Käferland“ ergab, dass dort in einem Raum der Grenzwert von Naphthalin (30 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft) überschritten war und bei rund 50 bis 60 Mikrogramm lag. Weil eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde die Kita am 4. April 2019 komplett geschlossen.

Die 65 Kinder werden seitdem in den Räumen („Legohaus“) des Anne-Frank-Hortes betreut. Der Hort wiederum kam in der Schule selbst unter. Die Stadt Teltow hatte sich dann dazu entschlossen, die Kita „Käferland“ und zwei weitere Einrichtungen, die ebenfalls in den 1960er Jahren gebaut wurden, umfangreich auf Schadstoffe prüfen zu lassen. Im Ergebnis haben sich die ersten Vermutungen für die Kita „Käferland“ bestätigt. Naphthalin wurde nachgewiesen, aber keine weiteren Schadstoffe.

„Die kurzfristige Räumung der Kita Käferland war damit eine sachgerechte Entscheidung“, urteilt Rainer Macholz. Die beiden anderen Einrichtungen – Kita „Schatzkiste“ und Anne-Frank-Hort (Gebäude Legohaus) – sind laut Professor Macholz schadstofffrei und damit uneingeschränkt nutzbar.

Die Eltern der betroffenen Kinder und die Mitarbeiter in den Einrichtungen sind am 11. Juni 2019 von der Werkleiterin des Kita-Eigenbetriebs „MenschensKinder Teltow“, Solveig Haller, über die Ergebnisse der Untersuchung informiert worden. „Die Messungen waren sehr umfangreich und aufwendig, weshalb das gesamte Prozedere sehr lange dauerte“, so Solveig Haller.

Hinweis: Das abschließende Gutachten von Professor Rainer Macholz finden Sie hier:

Abschlussbericht

Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3
Anlage 4

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