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Kranzniederlegung am 17. Juni

17.​06.​2026

Zum Gedenken an die Opfer des DDR-Volksaufstandes am 17. Juni 1953 legten Bürgermeister Andre Freymuth sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverordnetenversammlung Kränze und Blumen am Denkmal "Die Forderung" auf dem Platz des 17. Juni (ehemals Hamburger Platz) nieder.

 

Bürgermeister Andre Freymuth erinnerte mit folgenden Worten an die Ereignisse am 17. Juni 1953:

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss bezeichnete den Aufstand des 17. Juni 1953 als „den ersten großen Freiheitsruf im kommunistischen Machtbereich Europas.“

Und tatsächlich war dieser Tag weit mehr als ein Protest gegen höhere Arbeitsnormen. Er war der erste große Volksaufstand im sowjetisch beherrschten Teil Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Was als Arbeiterprotest begann, entwickelte sich binnen weniger Stunden zu einer Bewegung für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung.

Die Menschen gingen auf die Straße, weil sie nicht länger schweigen wollten. Die Arbeiter des Teltower VEB Elektronische Bauelemente „Carl von Ossietzki“ – der Eingang zum Werk befand sich direkt hier auf der gegenüberliegenden Straßenseite – traten in den Streik. Sie forderten bessere Lebensbedingungen, politische Mitbestimmung und freie Wahlen. Doch ihre Rufe nach Freiheit wurden mit Gewalt beantwortet. In Teltow umstellten mit Maschinenpistolen bewaffnete Volkspolizisten am 18. Juni 1953 das Werk an der Potsdamer Straße. Zahlreiche Streikende wurden verhaftet. Insgesamt verloren in der DDR mindestens 55 Menschen ihr Leben. Sie starben, weil sie den Mut hatten, für eine bessere Zukunft einzustehen. Aus einem Arbeiteraufstand wurde ein blutiges Kapitel deutscher Geschichte.

Der 17. Juni 1953 machte deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger der DDR schon früh mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen unzufrieden waren. Er zeigte aber auch, dass der Wunsch nach Freiheit stärker sein kann als Angst und Unterdrückung.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde der 17. Juni von 1954 bis 1990 als Tag der Deutschen Einheit und gesetzlicher Feiertag begangen. Er erinnerte daran, dass die deutsche Teilung nicht das letzte Wort der Geschichte sein durfte. Er hielt die Hoffnung auf Wiedervereinigung lebendig und bewahrte den Glauben daran, dass Freiheit und Einheit eines Tages zurückkehren würden.

Nach der Wiedervereinigung wurde der 3. Oktober unser Nationalfeiertag. Doch der 17. Juni blieb ein bedeutender Gedenktag. Deshalb sind wir heute hier versammelt: um an die Opfer zu erinnern, ihren Mut zu würdigen und die Lehren aus ihrer Geschichte wachzuhalten.

Denn Gedenktage wie dieser sind mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Sie sind ein Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft. Sie erinnern uns daran, dass autoritäre Systeme niemals eine Alternative zur Demokratie sind. Wer Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit zu seinen Zielen erklärt, darf sich niemals den politischen Rändern oder den Feinden unserer Demokratie zuwenden. Er muss fest auf dem Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen.

Die Frauen und Männer des 17. Juni 1953 haben uns gezeigt, welchen Preis Freiheit haben kann. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass ihr Mut nicht vergessen wird.

 

 

Bild zur Meldung: Kranzniederlegung am 17. Juni

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Kranzniederlegung am 17. Juni 2026 (17.​06.​2026)

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