PILGERN – auf den Spuren des Apostels Jakobus
Der Fischer Jakobus war einer der Jünger und Weggefährten von Jesus. Als erster der zwölf Apostel starb er den Märtyrertod. Viele Legenden ranken sich um seine missionarische Tätigkeit in Spanien, seine Rückkehr nach Rom und die Auffindung seines Leichnams. Sein Begräbnisort Santiago de Compostela im Norden Spaniens ist neben Rom und Jerusalem das dritte wichtige Pilgerzentrum der Christenheit.
1987 hat der Europarat den Jakobsweg zur europäischen Kulturroute erhoben. Seitdem werden alte Wegenetze wiederentdeckt, wie z.B. die Via Imperii, eine der bekanntesten mittelalterlichen Handelsstraßen. Sie verlief in Nord-Süd-Richtung und verband Stettin und Rom. Der Jakobsweg Via Imperii führt entlang der alten Reichsstraße von Stettin über Berlin, Lutherstadt Wittenberg nach Leipzig, weiter über Plauen und Hof nach Nürnberg.
Früher begaben sich die Menschen fast ausschließlich aus religiösen Gründen auf Pilgerschaft. Auch heute sucht so manch Eine*r auf diese Weise den Weg zu Gott. Doch auch ohne einer bestimmten Religion anzugehören, ist für alle Pilgernden der Pilgerweg immer auch ein spiritueller Weg. Sei es der Wunsch nach Entschleunigung oder die Verarbeitung eines Schicksalsschlages - Pilgernde begeben sich auf eine Reise zu sich selbst: Pilgern ist ganzheitliche Bewegung für Körper und Seele.