Im 17. Jahrhundert verschlimmerten sich maßgeblich die Verhältnisse der Bürger in diesem Städtchen. Nachdem Feuer in den Jahren bereits 1520 und 1573 große Schäden angerichtet hatten, brachte der ein neuer Brand 1611 und wenig später der Dreißigjährige Krieg großes Leid und Not in die Stadt – mit Brandschatzungen, Plünderungen und in deren Folge auch die Pest. Sie wütete in Teltow besonders in den Jahren von 1625 bis 1638 bis 1640. Allein 1631 raffte der „Schwarze Tod“ über 200 Tote, vom Kind bis zum Greis, dahin. Nach dem Bericht des Landreiters von 1652, war hier über die Hälfte der Bevölkerung diesem Krieg zum Opfer gefallen. Dass die Teltower lange brauchten, um sich davon zu erholen und wieder einen alten Stand zu erreichen, davon berichtet unter anderem die umfangreiche Chronik des Pfarrers Jeckel. Darin beschreibt er auch den fürchterlichen Stadtbrand, der sich im Sommer 1711 ereignet hatte und bei dem von 110 Anwesen zerstört und nur vier Höfe verschont blieben. Zum wiederholten Male wurden der Fleiß und mühsamer Aufbau von Existenzen und kleinen Vermögen zunichte gemacht. Die Situation von Teltow Anfang des 18. Jahrhunderts prägte wieder ein völliger Neuanfang.
Nach nur 90 weiteren Jahren brach erneut ein verheerendes Feuer aus, das die halbe Stadt in Schutt und Asche legte. Im Sommer des Jahres 1801 hatte auch die aus Feldsteinen gemauerte Stadtkirche solchen Schaden genommen, dass bis auf die Wände des Kirchenschiffes und des unteren Turmteils alles andere zerstört war. Die Einweihung des nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel neuaufgebauten Gotteshauses fand erst nach 11 Jahren statt. Auch das Rittergut des Stadtrichters Leopold von Willmerstorff wurde ein Opfer der Flammen. Erschwerend kam der Umstand dazu, dass dieser, der letzte seines Geschlechts ein Jahr nach dem Brand verstarb, ein Wiederaufbau nicht mehr zustande kam. Für Teltow ein Glücksfall, denn der Magistrat konnte mit königlicher Unterstützung das Gut und Ländereien 1805 erwerben. Noch im gleichen Jahr fand im Rathaus eine große Versteigerung statt, bei der die Teltower alle 7 Hufen Acker und Wiesenland durch Kauf unter sich aufteilten, drei Stadtgüter sowie das großflächige Rittergutsgrundstück kamen ebenfalls unter den Hammer. Der große Teltower See verblieb zunächst noch bei der Stadt, wurde dann 1872 für 52000 Taler verkauft.
Nicht nur wegen dem Brand begann das 19. Jahrhundert in Teltow mit weiterem Ungemach und Not seiner Bewohner. Der Krieg zwischen Preußen und Frankreich bedeutete für die Stadt mehrmals marodierende Durchmärsche der Truppen von Kaiser Napoleon, während der Besatzungszeit, Einquartierungen und erdrückende Kontributionen und Kriegslieferungen. Als 1813, unweit der Teltower Feldmark, die Schlacht von Großbeeren geschlagen wurde, litten seine Bürger weiter unter Belagerung, Plünderungen und Raub. Nach Inkrafttreten der neuen Städteordnung im Zuge der Stein-Hardenbergschen Reformen durften auch die Teltower Bürger erstmals ihre städtischen Vertreter wieder frei wählen und ohne Bevormundung bestimmen. Dies wichtige Veränderungen leitete zum ersten Mal wieder eine Wende zum Positiven in der Entwicklung des Städtchens ein. Diesem Trend folgend entschied 1819 der Landrat des Kreises Teltow, dass der Sitz dieses Amtes fest in der Stadt Teltow einzurichten sei. Nicht nur das neue Landratsamt befand sich nun in diesem Ort, sondern auch das Bezirkskommando der Landwehr des Kreises zog mit in das Haus in der Ritterstraße 29 ein. Man könnte nun fast von einer zweiten Blütezeit der Stadt Teltow sprechen, denn sie war wieder in aller Munde. Auftrieb und an Bedeutung gewann auch die hiesige Kommune der Ackerbürger, weil vermehrt Fuhrdienste auch für das Militär angefordert bzw. bestellt und wurden, zusätzliche Finanzmittel in ihre Kasse floss.
Um das Jahr 1843 baute der Ackerbürger Christian Friedrich Neumann mitten in seinem Ackerland nahe der Straße nach Lichterfelde ein neues Bauerngut auf. Das war überhaupt erstmals der Fall, dass ein neues Anwesen außerhalb der Stadt entstand und genehmigt wurde. Dieses Gut sollten zur Keimzelle für den späteren Ortsteil Seehof werden. Dem Beispiel des Neumann schlossen sich in den 1850er Jahren andere Bürger, vornehmlich Ackergutsbesitzer an. Entlang der Ruhlsdorfer Straße entstanden viele neue Gehöfte und Wohnhäuser. In der Folge dehnte sich Teltow auch im Westen entlang der Straße nach Kleinmachnow aus. Möglicherweise spielte bei dieser Erweiterung der Stadt auch der Abriss der beiden Stadttore und der Verkauf der Torwächterhäuser im Jahr 1816 eine Rolle. Die flächenmäßige Vergrößerung Teltows war auch deshalb notwendig, weil die Bevölkerung im Jahr 1850 1500 Seelen zählte. Um 1900 wuchs sie auf etwas mehr als 3000 Stadtbürger an.
Ein kleiner, aber herber Rückschritt trat 1871 ein. Der Landrat Prinz von Handjery ließ das Landratsamt nach Berlin verlegen. Doch spätestens mit der Anbindung an Berlin und der Nutzung der neuen Verkehrsmittel, wie der Straßenbahn um 1888 und dem Anschluss 1901 von Teltow an die Anhalter Bahn, hielt die Industrialisierung nun auch in Teltow Einzug.
Quelle: Heimatverein Teltow, Frank-Jürgen Seider