Bäkemühle - Dorfkern - Altes Forsthaus

Altes Forsthaus
Medusentor am alten Dorfkern
Als der Schriftsteller Theodor Fontane durch Kleinmachnow reiste, gab er 1882 folgende Eindrücke in „Wanderungen durch die Mark Brandenburg" wieder: „Klein-Machnow ist ein reizend gelegenes Dorf, das sich an einem vom Teltefließ gebildeten See hinzieht. Die Häuser sind ärmlich, aber schöne Kastanienalleen [...] geben dem Ganzen ein sehr malerisches Ansehen. Das Dorf ist ein alter Besitz der v. Hakes... An Bemerkenswertem finden wir das »Herrenhaus, das alte Schloß, die Wassermühle« und »die Kirche.«" Rund um die Kleinmachnower Dorfkirche sind viele Gebäude des alten Kleinmachnows erhalten geblieben. Die Wassermühle, die im Jahr 1695 von Ernst Ludwig von Hake neu erbaut wurde, heißt heute Bäkemühle und ist ein einzigartiges Restaurant und Hotel. Eine Sandsteintafel an der Außenwand berichtet von ihrem Bau: „Anno 1695 hat Ernst Ludewig von Hake, seiner Churfürst. Durchl. zu Brandenburg Friderici des Dritten Obrister bey dero Guarde zu Fusse, diese Adeliche Frey Mühle, hinwiederumb ganß Neue aus dem grunde erbauet, weilen die alte ganß zerfallen". Nach dem Tod Wilhelm v. Hakes 1835 wurde die Mühle aus wirtschaftlicher Not an den Amtmann Wenderich verpachtet, erst 1856 übernahmen die Söhne des Wilhelm von Hake wieder die Bewirtschaftung, kurzzeitig sogar mit einer Dampfmaschine als Hilfsantrieb. Mit dem Bau des Teltowkanals wurde es still um die Mühle, da der Fluss versandete und das Mühlenrad stehen blieb. Die Bäkemühle verfiel und sollte 1979 sogar gesprengt werden. Durch den Einsatz engagierter Bürger konnte dies jedoch verhindert werden. Nach langer Instandsetzung und Sanierung erstrahlt die historische Mühle seit 1990 in neuem Glanz. Heute befinden sich im Inneren eine öffentliche Gaststätte mit Mühlenstube, ein Saal, die Terrasse mit einem fantastischen Blick auf das Bäketal sowie 5 Hotelzimmer; seit 2006 unter der Leitung von Ronny Pietzner, dem ehemaliger Teamchef der Deutschen Nationalmannschaft der Köche.

 

In der Umgebung von Kirche und Bäkemühle befinden sich außerdem zahlreiche alte Häuser, in denen einst die Familien der Gutsarbeiter lebten, wie auch das alte Forsthaus. In diesem einst schmucken Forsthaus lebte der erste Gemeindevorsteher Kleinmachnows, Förster Heinrich Funke(1867-1936). Er wurde von den Hakes auf Lebenszeit eingestellt, um ihre 753 ha Wald zu verwalten. Als 1920 aus dem Gutsbesitz die Landgemeinde Kleinmachnow wurde, wählte man Heinrich Funke zum ersten Gemeindevorsteher, was aus dem Forsthaus für einige Jahre auch ein Gemeindebüro machte. Durch Förster Funke entstanden nicht nur so originelle Straßennamen wie „Wendemarken" und „Franzosenfichten", sondern er zeichnet auch verantwortlich dafür, dass Kleinmachnow zur „Grünen Lunge" ausgebaut wurde.