Bürgerbeteiligung online und im Livestream – Diskutieren Sie jetzt mit!

Gemeinsam mit mehreren Projektpartnern in der Region will auch die Stadt Teltow die Infrastruktur für den Radverkehr komfortabler machen. Drei mögliche Korridore für Radschnellwegeverbindungen wurden untersucht. Jetzt startet die Bürgerbeteiligung.

Radschnellwegeverbindungen südwestlich von Berlin

Viele Menschen in der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (TKS) pendeln täglich mit dem Auto nach Berlin oder Potsdam – und umgekehrt. Das führt regelmäßig zu Verkehrsstaus und verursacht Luftverschmutzung und Lärm. Um zügig länderübergreifend Lösungen zu finden, bündeln der Landkreis Potsdam-Mittelmark, die Landeshauptstadt Potsdam und das Land Berlin ihre Aktivitäten.

Der Straßenraum ist begrenzt, die Situation kann nur durch Alternativen zum Autoverkehr verbessert werden. Eine Lösung ist der Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr. Attraktive Schnittstellen zwischen dem Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und dem Radverkehr können Synergien für beide Verkehrsarten schaffen.

Im Land Berlin werden bereits Radschnellwegeverbindungen geplant. Damit sie auch von Pendlerinnen und Pendlern aus dem Umland genutzt werden können, sollen sie in den Brandenburger Südwesten verlängert werden. Dafür hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark eine Machbarkeitsuntersuchung für Radschnellverbindungen in Auftrag gegeben.

Kooperationsstruktur

Initiator und projektverantwortlich ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Projektpartner sind die Landeshauptstadt Potsdam und das Land Berlin. Beteiligt sind neben der Stadt Teltow zudem die Kommunen Schwielowsee, Nuthetal, Stahnsdorf, Kleinmachnow, Werder (Havel) und der Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Gefördert wird dieses Vorhaben durch die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg mit der Unterstützung der Länder Brandenburg und Berlin.

Was sind Radschnellwegeverbindungen?

Die Nutzung des Fahrrads als Alltags- und Freizeitverkehrsmittel hat sich in den letzten Jahren immer mehr verändert: Längere Wege werden zurückgelegt, und die Fahrradnutzung steigt immer weiter an. Keine andere Mobilitätsform bietet so viele Vorteile: Fahrradfahren ist flexibel, gesundheitsfördernd, emissionsfrei, nahezu geräuschlos und platzsparend.

Radschnellwegeverbindungen sind attraktive Wege für den Radverkehr. Sie sind breit und komfortabel, nachts gut beleuchtet und über lange Strecken mit nur wenigen Stopps zu befahren. Fußwege laufen getrennt vom Radweg. Mit Radschnellwegeverbindungen wird Radfahren sicherer, Reisezeiten verkürzen sich – das ist besonders bei großen Entfernungen attraktiv.

Wie gehen wir vor?

Die Machbarkeitsuntersuchung soll zeigen, ob das Netz der Berliner Radschnellwegeverbindungen in die benachbarten Kommunen verlängert werden kann, und welche weiteren Radverkehrsanlagen sich als Zubringer eignen. Auch soll ein Standard für Radschnellwegeverbindungen im Landkreis Potsdam-Mittelmark definiert werden.

Im ersten Schritt hat ein beauftragtes Planungsbüro eine Potenzialanalyse basierend auf Statistiken über den Pendelverkehr erstellt und drei geeignete Trassenkorridore festgelegt: Werder (Havel) – Potsdam, Potsdam – Teltow, Potsdam – Berlin-Wannsee. In enger Zusammenarbeit der Kooperationspartnerinnen und -partner mit den Planungsbüros wurden innerhalb der Korridore mögliche Trassenvarianten entwickelt und einer Bestandsaufnahme unterzogen.

Die Planerinnen und Planer haben diese Varianten mit Hilfe von Bewertungskriterien verglichen, um eine Vorzugstrasse empfehlen zu können. Die Ergebnisse wurden bereits mit den beteiligten Kommunen und Verbänden diskutiert. Jetzt soll die Öffentlichkeit beteiligt werden. Änderungen und Ergänzungen sind zum aktuellen Zeitpunkt weiter möglich.

Nach Festlegung der Vorzugstrasse wird im letzten Arbeitsschritt die bauliche Machbarkeit eingeschätzt. Die Gutachterinnen und Gutachter betrachten viele Aspekte im Detail: zum Beispiel, ob Brücken neu gebaut werden müssen oder an welchen Stellen Konflikte beim Neuordnen der Verkehrsflächen zu erwarten sind. Sie berücksichtigen auch die Anforderungen von Natur- und Denkmalschutz.

Während der Planung wurden bereits Qualitätsstandards für Radschnellwegeverbindungen im Projektraum erarbeitet und empfohlen, diese landesweit für Brandenburg einzusetzen.

Der Abschluss des Projektes ist für Dezember 2021 vorgesehen.

Trassenkorridor Potsdam – Teltow

Die Trasse von Potsdam nach Teltow verläuft zwischen dem Hauptbahnhof Potsdam und der Landesgrenze Berlin/Brandenburg etwa 16 Kilometer durch die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, die Stadt Teltow sowie durch das Land Berlin.

Zwischen Potsdam und Stahnsdorf liegt die Parforceheide. In diesem Bereich werden derzeit noch drei Varianten betrachtet. Variante 1 führt direkt in Verlängerung der Stahnsdorfer Straße durch die Parforceheide, Variante 2 führt über die Steinstraße entlang der Kreisstraße K6960 und Variante 3 unmittelbar südlich des Teltowkanals nach Stahnsdorf. Bei allen drei Varianten sind die vorhandenen Wege auszubauen und entsprechend den Standards für Radschnellwegeverbindungen zu gestalten. Dafür sind zum Teil sehr große Eingriffe in Natur und Landschaft notwendig. Bei Varianten 2 ist zudem ein Tunnelbauwerk und der Bahn notwendig.

Im weiteren Verlauf wird ab der Schleuse in Kleinmachnow immer eine Variante nördlich und eine Variante südlich des Teltowkanals untersucht. Auch hier müssten alle bestehenden Wege aus- oder umgebaut werden.

Die nördliche Variante verläuft über die Schleusenbrücke, entlang der neuen Hakeburg in Kleinmachnow und dann weiter auf dem vorhandenen Uferweg. Unmittelbar an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Berlin muss die Teltow-Werft umfahren werden, dadurch verlängert sich der Fahrtweg leicht.

Die südliche Variante verläuft bis zu Landesgrenze immer unmittelbar südlich des Teltowkanals. Abschnittsweise ist derzeit noch kein Weg vorhanden. Ergänzend zu den beiden Varianten am Kanal gibt es eine weiter südlich verlaufende Variante entlang der Trasse, die für die Verlängerung der S-Bahn freigehalten wird. Auch hier wäre ein vollständiger Neubau notwendig. Da die Trasse sehr weit südlich verläuft, entstehen ggf. Umwege. In Berlin wird dieser Trassenkorridor an die Radschnellwegeverbindung Teltowkanalroute angebunden, die sich in der Planung befindet.

Trassenkorridor Werder (Havel) – Potsdam

Die Trasse verläuft zwischen dem Bahnhof Werder und dem Hauptbahnhof Potsdam etwa neun Kilometer lang überwiegend direkt neben der Bahntrasse. In fast allen Bereichen der Trasse wurden mehrere Varianten betrachtet. Von Werder kommend überquert man zunächst die Havel auf einer Rad- und Fußverkehrsbrücke, die bereits unabhängig von der Radschnellwegeverbindung neu geplant wurde und derzeit gebaut wird. Dann fährt man durch den Schwielowseer Ortsteil Wildpark West und weiter durch das Forstgebiet Wildpark.

Auch in Potsdam kommen auf dem Weg zum Hauptbahnhof mehrere Varianten in Frage. Eine Variante verläuft meistens entlang der Bahn. In manchen Abschnitten sind immer wieder Querungen der Bahn notwendig – die Unterführungen sind zum Teil sehr schmal. Im Bereich der Neustädter Havelbucht sehen erste Überlegungen den Bau von mehreren neuen Brücken für den Rad- und Fußverkehr vor, sodass eine möglichst direkte Führung sichergestellt werden kann. Auch unmittelbar vor dem Hauptbahnhof wäre ein neues Brückenbauwerk notwendig, um die Havel zu queren. Eine direktere Führung bietet die Alternativroute über die Geschwister-Scholl-Straße und die Breite Straße. Allerdings wären hier Eingriffe in den Autoverkehr und die Parksituation notwendig.

Trassenkorridor Potsdam – Berlin Wannsee

Für den Trassenkorridor zwischen Potsdam und Berlin-Wannsee gibt es zwei Alternativen. Beide werden in Berlin an die Radschnellwegeverbindung Königsweg-Kronprinzessinnenweg angebunden, die sich in Planung befindet.

Die erste Variante verläuft etwa acht Kilometer lang vom östlichen Potsdamer Stadtzentrum durch die Berliner Vorstadt über die Bundesstraße B1 bis zum Berliner Stadtteil Wannsee. Auf dem überwiegenden Teil der Strecke könnte der Radverkehr auf Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geführt werden. Auf einem Teilabschnitt in Potsdam verläuft parallel zur Bundesstraße eine Nebenfahrbahn in der Berliner Straße, die schon heute als Fahrradstraße ausgewiesen ist. Diese könnte auch zukünftig als Teil der Radschnellwegeverbindung genutzt werden.

Die zweite Variante startet im Potsdamer Stadtteil Babelsberg und führt in unmittelbarer Nähe der Bahn- und S-Bahn-Trasse ebenfalls bis Wannsee. Sie ist etwa sieben Kilometer lang. Auf Potsdamer Stadtgebiet und in den bebauten Bereichen des Berliner Stadtgebiets könnten überwiegend Wohnstraßen für die Führung der Radschnellwegeverbindung genutzt werden. Sie sollten dafür als Fahrradstraßen ausgewiesen werden. Nordöstlich der Landesgrenze führt der Trassenkorridor durch den Düppeler Forst. Hier müssten die bestehenden Wegeverbindungen entsprechend der Anforderungen für Radschnellwegeverbindungen ausgebaut oder neu gebaut werden.  

Wie können sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen?

Um Bürgerinnen und Bürger unter Corona-Bedingungen einbeziehen zu können, bieten die Projektverantwortlichen zwei Optionen an: Online-Beteiligung und Livestream.

In der Online-Umfrage vom 8. bis 29. September werden die Trassenvarianten vorgestellt. Alle interessierten Personen können die Auswahl kommentieren, aus ihrer Sicht kritische Stellen kennzeichnen und Anregungen geben.

Im Livestream am22. September um 18:00 Uhr berichten die Fachplanerinnen und Fachplaner über den Stand des Projekts und gehen auf die Ergebnisse der Online-Umfrage ein.

Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Beteiligung gehen in die Planungen ein.

Online Umfrage 8. bis 29. September 2021

Sie wohnen oder arbeiten im Planungsgebiet? Ihre Meinung als „Experten vor Ort“ ist hilfreich für die weitere Planung der Radschnellwegeverbindungen. Welche Varianten der Trassenführung sind aus Ihrer Sicht am besten geeignet? Welche Ansätze finden sie gut – wo sehen Sie Probleme? Welche Empfehlungen haben Sie? In der Online-Umfrage können Sie die Trassenvarianten kommentieren und Anregungen geben. Die Planerinnen und Planer werden die Ergebnisse auswerten und versuchen, Ihr Anliegen zu berücksichtigen. Die ersten Einträge können bei der öffentlichen Veranstaltung im Livestream am 22. September schon diskutiert werden.

Wir nutzen die Umfrageplattform „meinBerlin“. Um an der Umfrage teilzunehmen, ist eine Registrierung notwendig. Diese ist ganz einfach und kostenlos. Sie brauchen nur eine E-Mail-Adresse, einen Benutzernamen und ein Passwort.

Die Online-Umfrage läuft vom 8. bis zum 29. September. Sie können also auch nach der Live-Veranstaltung noch Beiträge verfassen.

HIER geht es direkt zur Online-Umfrage.

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