1960 bis 1990
Auf dem Gebiet der Landwirtschaft mit einer Vielzahl von Einzelerzeugern gründete sich 1959 die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft „Immergrün“, um vorwiegend den Anbau von Obst und Gemüse zu effektivieren. Als am 13. August 1961 die Berliner Mauer (hier noch die Länger der Mauer/Grenzgebiet ergänzen) errichtet wurde, brachte das für Teltow einschneidende Veränderungen mit sich - beispielsweise die Umstellung auf neue Verkehrswege, die nicht mehr durch Westberlin führten. Durch die immer stärkere Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft entstanden der Stadt enorme Probleme hinsichtlich der Beschaffung von Wohnraum. In den Betrieben der Elektroindustrie waren mittlerweile insgesamt etwa 15.000 Menschen beschäftigt, die zum größten Teil Pendler waren. Der Wohnungsbau nahm in der weiteren Entwicklung der Stadt einen großen Raum ein.
In der Folge der inzwischen zu Großbetrieben angewachsenen Industrieansiedlungen und dem damit verbundenen Arbeitskräftebedarf entstand zuerst die „Neue Wohnstadt“ zwischen Mahlower Straße und der Ernst Schneller-Straße mit geplanten 2000 Wohnungen. Der Spatenstich zur Grundsteinlegung geschah am 3. März 1960. Eine zweite, noch größere Plattenbausiedlung, das Flussviertel, wurde im Jahr 1970 begonnen. Fünf Jahre später konnten die Teltower ihre Poliklinik (heutiges Gesundheitszentrum) in Besitz nehmen. Daneben bestand die Möglichkeit, individuell Eigenheime zu errichten. Als Abschluss eines Wohnungsbauprogramms wurde 1987 der Grundstein für ein Wohngebiet am Ruhlsdorfer Platz gelegt.
Am 9. November 1989 erfolgte die Öffnung der Staatsgrenze der ehemaligen DDR zu Westberlin. Der erste offizielle Grenzübergang entstand in Teltow am Ende der Lichterfelder Allee Richtung Lichterfelde. Mit dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR stand die Stadt vor vollkommen neuen Aufgaben. Die Schwerpunktbetriebe der Elektronik erwiesen sich als veraltet und nicht marktfähig. Auf dem Gebiet der ehemaligen Großbetriebe zwischen Potsdamer Straße und Oderstraße wurde zwischen 1991 und 1994 das größte innerstädtische Gewerbegebiet Brandenburgs geschaffen. Andere Betriebe verschwanden vom Markt oder wurden unter vollkommen veränderten Verhältnissen weitergeführt. Allmählich wandelte sich die Infrastruktur der Stadt Teltow wesentlich. Von Vorteil war hierbei insbesondere die Randlage zu Berlin.
Quelle: Heimatverein Teltow, Frank-Jürgen Seider
