Von New York nach Teltow

Dorothy David, Nachfahrin einer jüdischen Familie aus Teltow, hat die Stadt am 15. März besucht. Sie traf auch mit Bürgermeister Thomas Schmidt zusammen.

Dorothy David im Rathaus Teltow. Foto: DG

Das Haus Max-Sabersky-Allee 4 um 1933. Foto: Archiv Bergner

Bürgermeister Thomas Schmidt war vom Besuch von Dorothy David tief beeindruckt. Foto: DG

Historikerin Gabriele Bergner (l.) hat den Besuch begleitet. Foto: DG

Von New York nach Teltow: Dorothy David, Nachfahrin einer jüdischen Familie aus Teltow, hat die Stadt am Donnerstag besucht. Die Urenkelin von Antonie (1854-1917) und Wilhelm Bursch (1852-1926), die mit zahlreichen Familienangehörigen in der heutigen Max-Sabersky-Allee Nr. 4 lebten, hat auf Initiative der Teltower Historikerin Gabriele Bergner auf einer ausgedehnten Europareise am 15. März Station in Teltow gemacht. Dort besuchte sie zum ersten Mal das Haus, aus dem ihre Familie von den Nationalsozialisten in den 1930er Jahren vertrieben wurde.

Vor dem Haus erinnern „Stolpersteine“ an das Schicksal der miteinander eng verwandten, ehemaligen Hausbewohner – die Familien David, Glaser und Dreyfuß. „Ein Bild des Teltower Hauses hing bei uns zuhause in New York an der Wand“, erzählte Dorothy David sichtlich bewegt, als sie vor dem Gebäude stand und die Stolpersteine auf dem Gehweg entzifferte. Viele Familienangehörige, die auf den Steinen verewigt sind, kannte sie noch persönlich. Ihrem Vater, Heinz David (1903-1955), war 1936 über die Schweiz die Flucht vor den Nationalsozialisten in die USA gelungen. Die Mutter kam ein Jahr später nach. Dorothy David selbst wurde am 13. Juni 1945 in New York geboren.

Im Anschluss an den Besuch in der Max-Sabersky-Allee 4 fuhren Dorothy David und Gabriele Bergner ins Teltower Rathaus, wo sie von Bürgermeister Thomas Schmidt empfangen wurden. Gemeinsam studierten sie Ausstellungstafeln, die die Familiengeschichte der Davids dokumentieren. Sie waren vor einigen Jahren im Rahmen der Verlegung von Stolpersteinen in Teltow gezeigt worden.

Bürgermeister Thomas Schmidt zeigte sich von der persönlichen Begegnung tief beeindruckt. „Es ist für die Stadt eine sehr wichtige und berührende Sache, wenn Nachfahren der einst hier lebenden jüdischen Familien den Weg zu uns finden. Das ist ein Teil der Teltower Geschichte, den wir immer wieder in Erinnerung rufen sollten.“

Dorothy David war sich nach der Visite sicher, dass das nicht ihr letzter Besuch in Teltow sein wird. „Beim nächsten Mal werde ich meinen Sohn mitnehmen, damit auch er eine der Wurzeln unserer Familiengeschichte kennenlernen kann.“ Und eine Überraschung hatte der Besuch aus den USA auch noch in der Tasche: Seit kurzer Zeit besitzt Dorothy David neben der amerikanischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit – ein Zeichen dafür, wie eng sie sich mit der Heimat ihrer Eltern und Großeltern verbunden fühlt.

Suchen & Finden
Suchen:
Kontakt Öffnungszeiten News RSS Feed
Schriftgrösse + -
Kontrast