Kunst-Sonntag: Facettenreiche Jubiläumsauflage

Malerei, Collagen, Fotografien und Skulpturen aus Holz oder Metall: Beim Teltower Kunst-Sonntag am 5. November gab es zahlreiche phantasievolle Werke zu bestaunen.

Facettenreich ging es zu, beim diesjährigen Teltower Kunst-Sonntag. Und das kam nicht von ungefähr, schließlich feierte die mittlerweile etablierte Kunstausstellung in diesem Jahr ihr Zehnjähriges und wartete daher mit besonderer Vielfalt auf. Die kunstliebenden Besucher, die am Sonntag durch Teltows Altstadt flanierten, steuerten direkt auf ein großes Festzelt zu, welches den Marktplatz schmückte und die kreative Mitte dieses besonderen Tages bildete. Unmittelbar vor dem Zelt wurden die Gäste bereits künstlerisch begrüßt – von besonderen Holzformen, Steinmetzarbeiten und geschwungenen, aus großen Baumscheiben bestehenden Musikinstrumenten.

Im Pavillon erwarteten die Kunstliebhaber imposante Holzskulpturen, bunte Aquarelle und wahre Meisterstücke. Besonders die vergoldeten Kunstwerke von Wolf Haussner hatten es den Besuchern dort angetan. Charlotte und Gunnar Schulz etwa interpretierten diese Exponate wie folgt: „Gold hat, wie kein anderes Element, durch alle Zeiten hindurch seine außergewöhnlich starke Wirkung auf Menschen bewahrt. Es steht für Macht, Spiritualität und Beständigkeit“, sagte Schulz. „Stellt man sich direkt davor, so empfindet man eine strahlende Wärme“, so seine Frau weiter. Auch das Werk „Fast Forward“ des Künstlers Hartmut Fittkau zog die Betrachter fast magisch in den Bann. „In dieser Fotografie steckt Energie, Bewegung, man möchte mitlaufen und immer schnellere Schritte tun, wie ein Hochleistungssportler“, hörte man einen Gast raunen.

Laut Initiator Dieter Leßnau sei die Anordnung der Werke kein Zufall – vielmehr sei alles perfekt vorbereitet und durchgeplant. „Wir haben die Künstler so ausgewählt und positioniert, dass deren Kunst gut miteinander harmoniert“, erklärte der Galerist. Raum gab es genug, denn neben dem Festzelt wurde auch das gesamte Neue Rathaus als Ausstellungsfläche genutzt.

Direkt im Flur begrüßte der Künstler Bernd Henkel alle Interessierten. Er beherrscht die traditionell chinesische Tuschmalerei perfekt. Mit einem Bambuspinsel und schwarzer Farbe zauberte er kleine Tierkunstwerke. „Schwierig im Leben sind die verschiedenen Ansichten“, so Henkel. „Jeder Künstler muss seinen Weg gehen, ihn mit dem Herzen steuern und sich von diesem Pfad nicht abbringen lassen. Niemand sollte vorab kritisiert werden, sonst verkrampft der künstlerische Geist."

Einige Schritte weiter warteten außergewöhnliche Exponate verschiedenster Künstler auf die Besucher. Vor inszenierten Szenen aus Kriminalgeschichten, welche mit Puppen und skurrilen Gestalten nachgestellt wurden, bildeten sich kleine Besuchertrauben. Ließ man den Blick weiter schweifen, konnten unter anderem zarte Aquarelle von einsamen Landschaften, Bildern von düsteren tosenden Meeren, farbenfrohe beeindruckende Portraits und imposante Ölgemälde bestaunt werden.

Auf dem Marktplatz und den Fluren des Rathauses gab es also einiges zu entdecken – unter anderem begegnete man dort auch Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt, der sich unter die Kunstschaffenden gemischt hatte. „Nur allzu gut erinnere ich mich noch an die große Euphorie des ersten Kunst-Sonntags, der seither zu einer festen Größe im städtischen Kulturkalender herangewachsen ist“, sagte er. Zu verdanken sei dies dem stetigen Engagement von Dieter Leßnau, Gerhard Lasson und vielen weiteren Ehrenamtlern, ohne deren kreative Kraft sich dieses Event nicht auf dem heutigen Level bewegen könne. Die Anzahl der Künstler spreche ebenfalls für sich. „50 Künstler mit 250 Exponaten der bildenden Kunst konnten wir für unseren Tag gewinnen“, bestätigte dann auch Organisator Dieter Leßnau. Diese „kreativen Macher“ seien letztlich das Fundament der Veranstaltung, „schließlich ist es Ziel dieses Spektakels, die Begegnung von Wissenschaft und Politik mit der Kunst zu ermöglichen und den gedanklichen Austausch zwischen Künstlervielfalt und Publikum zu schaffen.“ Und wie viele Besucher nutzten das kulturelle Kommunikationspodium unterm Strich? Die Besucherzahl variiert laut Leßnau jährlich, je nach Anzahl der Aussteller. "Nach meiner Schätzung kamen weit mehr als 450 Besucher zu dem sonntäglichen Altstadt-Event", resümierte der Galerist mit einer Spur von Wehmut in der Stimme. Warum wehmütig? Weil es die letzte von ihm organisierte Schau gewesen ist, wie Leßnau bestätigte. Es sei an der Zeit, die Verantwortung abzugeben. Neue Chef-Organisatorin des Events wird nun Sylva von Bülow. Zur Eröffnung der zehnten Ausgabe wurde sie als Nachfolgerin von Dieter Leßnau vorgestellt. Von Leßnau war 2008 die Initiative zum Kunst-Sonntag, der seither Anfang November stattfindet, ausgegangen.

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