Bürgermeister übergibt Gerätewagen Gefahrgut an die Feuerwehr

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark investierte einmal mehr in die Sicherung der Einsatzbereitschaft für bevorstehende Gefahrgutlagen und übergab im vergangenen Dezember zwei Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) an die Städte Teltow und Bad Belzig.

Nun erfolgte am 24. Februar 2018 die offizielle Übergabe des Spezialfahrzeugs durch Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt im Beisein der 1. Beigeordneten Beate Rietz, einigen Stadtverordneten Teltows sowie Vertretern der Freiwilligen Feuerwehren Kleinmachnow und Stahnsdorf an die städtische Feuerwehr.

Der GW-G ist mit einer umfassenden Ausrüstung zur Schadensbekämpfung und -beseitigung, wie zum Beispiel bei Säure- und Mineralölunfällen, bei denen Schäden für Personen oder Umwelt befürchtet werden müssen, ausgestattet und somit einzigartig im gesamten Landkreis. Die Anschaffungskosten von rund 474.000 € wurden komplett von selbigen getragen. In weniger als einem Jahr wurde das Fahrzeug von der Firma Ziegler aufgebaut und löst nun den 25 Jahre in Dienst stehenden GW-G ab.

Als Bestandteil der Gefahrstoffeinheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark wird der GW-G auch landkreisübergreifend alarmiert. Hierbei ist das Einsatzspektrum vielschichtig. Tagtäglich werden allein auf den Autobahnen Unmengen von Gefahrgut transportiert. „Immer wieder kommt es auf den Autobahnabschnitten der Region zu Unfällen mit teils für Gesundheit und Leben gefährlichen Stoffen. Ohne die entsprechende Ausrüstung und Ausstattung ist die Abarbeitung solcher Einsätze schwierig oder gar unmöglich“, erklärte Christian Pude, stellvertretender Stadtbrandmeister Teltows. Auch wenn die Zahl an Gefahrguteinsätzen verhältnismäßig gering erscheint, so sind doch oft das Ausmaß und die damit verbundenen Bedingungen an die Technik und Ausstattung enorm. Als Beispiel sei der Gefahrgutunfall auf der Bundesautobahn 10 genannt, bei dem im April 2016 ein mit verschiedenen chemischen Stoffen beladener LKW in Brand geriet. Durch die Reaktion zwischen den Stoffen bildete sich Flusssäure - zwei Tage lang waren die Feuerwehren damit beschäftigt, den Einsatz abzuarbeiten. Alle rund 150 am Einsatz beteiligten Kräfte mussten zur Sicherheit der ärztlichen Sichtung zugeführt werden.

Die Stationierung des Spezialfahrzeuges bei der Hauptamtlichen Feuerwehr in Teltow war eine bewusste Entscheidung des Landkreises: „Somit kann sichergestellt werden, dass bei zeitkritischen Einsätzen ausreichend Einsatzkräfte vor Ort sind. Zudem zeichnet sich Teltow durch die erforderliche Professionalität aus“, so Pude. Aber auch die Freiwilligen Kräfte der Feuerwehren Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf seien sehr gut ausgebildet und somit funktioniere die Zusammenarbeit einwandfrei.

Vor diesem Hintergrund wurde jüngst auch weitere Einsatztechnik von der Stadt beschafft, welche Teil der Beladung auf den Einsatzleitwagen (ELW) der FF Kleinmachnow und FF Stahnsdorf ist. Ein den neuesten Standards entsprechender Lichtmast ermöglicht es, Arbeiten im Dunkeln sicher durchzuführen. Ebenfalls eine Besonderheit ist die Flugdrohne, welche dem Stahnsdorfer Einsatzleitwagen zugehörig ist. Mit Hilfe dieser Technik ist es machbar, Einsatzstellen von oben für eine umfassende Lageerkundung zu analysieren. Laut Pude sei dies beispielsweise bei Gefahrgutunfällen notwendig. Durch die Drohne ließe sich das Schadensausmaß ermitteln und die Arbeit der eingesetzten Trupps überwachen. Vom Landkreis übernommen wurde auch ein Motorrad. Es ermöglicht Einsätze in Bereichen, in die ein PKW nicht hinkommt, also beispielsweise bei Waldbränden, Sicherheitswachen oder auf Autobahnen bei Staus nach einem Unfall, um eine erste Einschätzung der Lage vorzunehmen.

„Durch diese Vernetzung der Einsatztechnik, den Investitionen in Ausbildung und Material ist es machbar, extreme Gefahrenlagen in ihrem Ausmaß zu beschränken und zu beheben“, betonte Jan Ehlers und fügte hinzu: „Ohne die Unterstützung der Verwaltung und der Stadtverordneten wäre dies nicht realisierbar.“ Auch Bürgermeister Schmidt hob hervor, dass diese interkommunale Zusammenarbeit bereits seit Jahrzehnten ein Zugewinn für die Gemeinden sei und man auch aus dem politischen Raum heraus mit Stolz auf diese Kooperation blicke.

Die anwesenden Gäste erhielten außerdem die Gelegenheit, sich die umgebaute Feuerwache anzusehen. Durch einen Anbau wurde das erste Obergeschoss erweitert und bietet nun den Einsatzkräften mehr Platz. „Wir konnten zudem das Mobiliar, welches teilweise noch aus DDR-Zeiten stammte, ersetzen. Mit steigenden Einsatzzahlen und der Vergrößerung der Aufgabengebiete war es dringend erforderlich gewesen, auch die Arbeitsbedingungen für die Kollegen zu verbessern“, so Ehlers.

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