Von der Ackerbürgerstadt zum Hightech-Standort
Die Zukunft Teltows - Leitbild der Stadt
Vorwort
Im November 2005 haben Teltower Bürger im Rahmen des Stadtmarketing gemeinsam in die Zukunft gesehen und die Visionen für Teltow 2020 zusammengetragen.
Dafür galt es die Alltagsprobleme für zwei Stunden aus dem Kopf zu streichen und sehr weitsichtig zu formulieren, wie das Stadtbild und Image von Teltow, die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik, das Einkaufs- und Erlebniszentrum, das kulturelle und sportliche Leben usw. aussehen sollen.
Drei Gruppen haben ihre Gedanken auf vorbereiteten Arbeitsplakaten festgehalten und sich gegenseitig im Anschluss vorgestellt. Aus den Ideen und Vorschlägen wurde mit einer Redaktionsgruppe ein Leitbild formuliert, das die Vision von Teltow 2020 darstellt.
Das Leitbild wurde im Rahmen thematischer Arbeitsgruppen untersetzt und die abzuleitenden Aufgaben in einen Maßnahmenplan eingearbeitet.
1. Stadt und Umland: Teltow - die Region im Süden Berlins
Die Stadt Teltow als wichtiger Teil der Großgemeinde am Teltowkanal,
zu der auch Kleinmachnow und Stahnsdorf gehören, ist Zentrum des
südlichen Berliner Umlandes.
2. Städtebau, Stadtbild: Altstadt Teltow - Kleinod der Region
Teltow hat sich zu einer grünen Stadt mit sauberer Luft und wenig Lärm
gemausert. Die Altstadt vom Puschkin- bis zum Ruhlsdorfer Platz und von
der Potsdamer Straße bis zum Teltowkanal ist das Herz von Teltow und
liebevoll saniert, sodass sie sich Einheimischen und Gästen als ein
märkisches Kleinod präsentiert. Der Vierseithof und andere Altstadthöfe
sind für Gastronomie und Dienstleistungen erschlossen. Interessante
Gewerbeansiedlungen gibt es auch entlang der Bäcker- und der Breiten
Straße. Damit hat die Altstadt einen lebendigen Stadtkern erhalten.
Der Marktplatz, das alte Rathaus, die Andreaskirche sowie
Bürgerzentrum und Bürgerhaus sind die signifikanten Gebäude dieses
Kerns. Selbst die Potsdamer Straße ist zu einer Visitenkarte Teltows
geworden. Um die Altstadt herum sind die unterschiedlich geprägten,
nun durchweg begrünten Wohngebiete der Stadt zusammengewachsen und
mit attraktiven Freizeiteinrichtungen ausgestattet. Die Grünflächen
wurden mit den Naturschutzgebieten wie den Buschwiesen und der
Kanalaue vernetzt und sind von Rad-, Reit- und Wanderwegen durchzogen.
Ein Teil dieses Naherholungsbereiches ist bereits zur
Landesgartenschau fertig gestellt worden.
3. Einzelhandel: Flanieren in der Altstadt
Die Oderstraße bleibt das Zentrum der Großmärkte und deckt damit die
Einkaufsmöglichkeiten für die preiswerten Dinge des täglichen Bedarfs
sowie für Großeinkäufe, die vorwiegend mit dem Auto getätigt werden ab.
Die Altstadt als Alternative zeichnet sich durch kleinteiligen Einzelhandel
aus, wobei auf persönliche Beratung, Service und hochwertigere Waren für den
besonderen, individuellen Bedarf besonderer Wert gelegt wird. Das
ausgewogene Preis-Leistungs-Verhältnis zieht Kunden der gesamten Region an.
Kombiniert mit Gastronomie und Dienstleistungsangeboten ist vom Ruhlsdorfer
Platz bis zur Jahnstraße eine interessante Flaniermeile entstanden.
In den Wohngebieten sind Nahversorgungs- und Dienstleistungszentren
installiert.
4. Wirtschaft: Hightech aus der Teltowfabrik
Teltow ist ein Standort innovativer Technologien (Biotechnologie,
Medizintechnik), wobei insbesondere die Clusterbildung forciert wurde.
Viele Unternehmen kooperieren mit Hochschulen und vergeben Studienpraktika.
Auch mit der dritten Welt werden Projekte realisiert, um deren nationale
Wirtschaft zu stärken.
Teltow hat das Niveau eines überregionalen Wirtschaftsstandortes erreicht,
der Investoren anzieht. Dabei leistet eine aufgeschlossene Stadtverwaltung
ihren Beitrag durch einfache und unkomplizierte Anfragenbearbeitung und
kompetente kommunale Wirtschaftsförderung.
Überregionale Bedeutung hat Teltow auch durch seine vorbildliche
medizinische Versorgung der Bevölkerung erlangt. In Gesundheitszentren
kooperieren Allgemein- und Fachmedizin sowie entsprechende
Dienstleistungseinrichtungen harmonisch miteinander. Durch besondere
Förderung ist auf ehemaligen Industriebrachen (Rheinstraße, Teltomatgelände
u. ä.) eine vielseitige Firmen- und Gewerbeansiedlung mittelständischer
Unternehmen erfolgt. Teile des entstandenen Branchenmixes sind innovativ
auf Kaufkraft und Bedürfnisse der Senioren fixiert. Durch eine konstante
Wirtschaftsförderung haben sich gewerbliche Strukturen in der Altstadt
entwickelt.
5. Verkehr: Teltow erreichen mit Auto, Bahn und Rad
Teltow ist mit einem funktionierenden innerörtlichen Verkehrssystem
ausgestattet, zu dem neben den Spangen zur Verkehrsberuhigung der
Hauptstraßen, ausgebaute Siedlungsstraßen sowie ein ausgewogenes
Park- und Verkehrsleitsystem gehören. Im Bereich Individualverkehr
stehen ein flächendeckendes Radwegenetz ebenso wie eine ausreichende
Anzahl von Parkplätzen – auch in der Altstadt – zur Verfügung.
Parkbuchten sind ebenfalls an den Rändern der Grünflächenbereiche
und Naherholungsgebiete angelegt worden, um bequemes Umsteigen vom
Pkw aufs Fahrrad zu ermöglichen.
Mit dem Anschluss an ein intaktes überregionales Verkehrsnetz (VBB)
und ein optimiertes Busnetz ist das Pendeln ins Umland, nach Potsdam
und Berlin rund um die Uhr gewährleistet. Für alle Verkehrsarten wird
auf Barrierefreiheit besonderer Wert gelegt.
Für den Freizeitverkehr bietet die Schifffahrt auf dem Teltowkanal
diverse Angebote.
6. Soziale Infrastruktur: Hohe Wohn- und Lebensqualität
Das vielschichtige Wohnungsangebot in der Stadt berücksichtigt die
Bedürfnisse aller sozialen Gruppen. Die Vernetzung der Wohngebiete
durch Parks und Grünflächen hat zu einer sozialen Durchmischung
beigetragen. Mehrfamilienhäuser sind nach individuellen Wünschen
saniert und umgebaut worden und bieten Generationen übergreifende
Wohnformen.
Ergänzend zur Verdichtung in den Wohngebieten wurden die Freiflächen
zu einer Erholungslandschaft umgestaltet.
Eine ganztägige Kinderbetreuung entsprechend der Altersstufen ist
ebenso gewährleistet wie die Wahl der weiterführenden Schule, denn
neben Grundschuleinrichtungen gibt es in Teltow Oberschulen, Gymnasien,
den Ausbildungsverbund sowie private Fachschulen.
Zum Angebot an sozialen, öffentlichen und privaten Einrichtungen gehören
u. a. ein Haus der Vereine und eine vielseitig organisierte
Seniorenbetreuung sowohl in medizinischer als auch kultureller Hinsicht.
7. Kultur, Tourismus: TeltowKulturKanal
Die Stadt Teltow hat im Bürgerzentrum Kuppelmayrsche Siedlung einen
kulturellen Mittelpunkt für alle Generationen eingerichtet. Neben einem
großen Saal gibt es in der Altstadt ein kleinteiliges, individuelles
Kulturprogramm zu dem ein Zimmertheater, Kino, eine Galerie und ein
Literaturcafé gehören.
Für Freiluftveranstaltungen steht die Freilichtbühne im Bürgerpark zur
Verfügung. Feste wie das Kirschblütenfest an der Stadtgrenze, das Altstadtfest
oder das Rübchenfest in Ruhlsdorf tragen zur Identifikation der Bürger mit
ihrer Stadt bei. Der Teltowkanal spielt bei der Freizeitgestaltung eine
große Rolle: neben einer Marina und einem Freibad ist hier eine großzügige,
begrünte Uferpromenade entstanden, die von Wanderern, Reitern und
Fahrradtouristen genutzt werden kann.
Innovative Unternehmen sind ebenso zu touristischen Zielen geworden,
die von internationalen Delegationen und Studentengruppen besucht werden.
Das Heimat- und ein spezielles Industriemuseum gibt den Teltowern und
Gästen Einblicke in die Vergangenheit Teltows als Ackerbürger- und
Industriestadt. Besonderer Anziehungspunkt sind Exkursionen zu historischen
Maschinen (Treidelbahn zur Schleuse, Draisine auf der Route der ehemaligen
Industriebahn).
Über alles, was in Teltow sehenswert ist, gibt eine Stadt- und
Tourismusinformation mit allen dazugehörenden Dienstleistungen Auskunft.
8. Image/Lebensgefühl: Rübenstark am Teltowkanal
Großer Wert wird auf ein ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein der Bürger gelegt.
Auf verschiedene Weise wird vermittelt, wie sich das seit jeher als
Ackerbürger- und Rübchenstadt bekannte Teltow mit dem Bau des Teltowkanals
vor 100 Jahren vom aufstrebenden Industriestandort zum innovativen
Technologiestandort entwickelte. Über das Stadtmarketing hat die
auf ca.25.000 Bürger angewachsene Kommune deren Identifikation mit
ihrem Wohn- und Lebensort gestärkt. Teltow kann sich mit Attributen
„kinder- und seniorenfreundliche Stadt“ schmücken. Dazu trägt auch eine
bürgernahe, flexible Verwaltung bei, die als modernes Dienstleistungszentrum
agiert, da sie alle nicht hoheitlichen Aufgaben ausgegliedert hat.
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