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Freitag, der 24. Mai 2013
Veröffentlicht am 06.09.12

Unvergesslicher Abend fernöstlicher Tradition

Am Mittwoch, dem 5. September traf sich im Stubenrauch-Saal der japanbegeisterte Teil der Bevölkerung.

Eine 20-köpfige Delegation der Hiroshima-Österreich-Gesellschaft legte auf dem Weg nach Wien einen Stopp in Teltow ein, um traditionelle japanische Kampfsportarten und Künste vorzuführen. Ihr Ziel war es laut Teltows Kulturkoordinatorin Cornelia Neumann, die Kenntnis der japanischen Kultur zu vertiefen und damit der Völkerverständigung zu dienen. "Der Kontakt war durch die Vermittlung des TV-Senders TV Asahi zustande gekommen, der einst die Spendenaktion für die Kirschblütenallee am ehemaligen Grenzstreifen Teltow - Berlin - Lichterfelde initiierte. Viele Einwohner Hiroshimas haben damals an der Kirschbaumpflanzaktion teil genommen", so Neumann.

Das Publikum im fast komplett gefüllten Stubenrauch-Saal erlebte einen Querschnitt durch die japanische Kultur. Es begann mit einer Aikido-Vorführung durch den Meister Seisho Hikichi und seine Schüler; sie alle waren auf verschiedenen Leistungsniveaus, was die Überlegenheit des 71-jährigen Meisters umso eindrucksvoller deutlich machte. Viele Besucher waren eindeutig als Kampfsportler und Kampfsportbegeisterte auszumachen und es kostete keine Mühe, sie zu motivieren, die Sportmatten fest zu halten oder sich für Kampf-Demonstrationen zur Verfügung zu stellen. Viele Aikido-begeisterte Kinder und Jugendlichen folgten den Kämpfen mit einem bewundernden Glänzen in den Augen. Auch die Vorführungen der Schwertkunst Iai beeindruckten.

Nach einer kurzen Umbaupause bewegte sich das Programm in künstlerischen Gefilden. Meisterin Izumi Kimoto bot traditionellen japanischen Hofgesang dar, eine Musikrichtung, die für Ohren, die an westliche Rhythmen gewöhnt sind, im ersten Moment ungewohnt und exotisch klingen mag, aber trotzdem eine ganz eigene Faszination entfaltet. Als letztes Stück sang sie das berühmte englische Volkslied "Scarborough Fair", untermalt von japanischen Instrumenten. Am Ende boten Meisterin Masatoyo Hatanayagi, die zu den berühmtesten Vertreterinnen des japanischen Tanztheaters zählt, und ihre Schülerinnen, verschiedene Varianten des traditionellen Tanzes dar.

Der Abend nahm einen kommunikativen Abschluss. Die Stadt Teltow und die japanische Delegation luden die Besucher zu grünem Tee, Sake, japanischem Kuchen, vielen Gesprächen und weiteren Aikido-Vorführungen ein. Bürgermeister Thomas Schmidt fasste treffend zusammen: "Es war ein unvergesslicher Abend vor dem Hintergrund fernöstlicher Traditionen, der es erneut vermocht hat, Kulturen zueinander zu führen."

Die Gruppe bedankte sich beim Bürgermeister unter anderem mit einer Kette aus 1000 von Hand gefalteten Kranichen. Hintergrund ist eine Sitte, die auf die Geschichte des Mädchens Sadako Sasaki zurück geht. Sie gilt als eines der bekanntesten Opfer der Atombombe. Als sie mit einer Leukämiediagnose 14 Monate lang im Krankenhaus lag, erzählte ihr eine Freundin von einer Legende, die besagt, dass derjenige, der 1000 Origami-Kraniche faltet, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekommen würde. Sadako Sasaki starb, ohne dass ihr Wunsch nach Gesundheit erhört wurde, aber die Sitte, mit Papierkranichen den Frieden in der Welt anzumahnen, hat bis heute Bestand.

CN/AN


Kategorie: Aktuell, Presse