Startseite. » 
Montag, der 20. Mai 2013
Veröffentlicht am 12.06.12

Traditionsbaustein geschaffen: Teltower Bürger stifteten Amtskette

V.l.n.r.: Initiator Hermann Lamprecht, Bürgermeister Thomas Schmidt, Landrat Wolfgang Blasig

Mitwirkende und Unterstützer der Arbeitsgruppe "Amtskette"

Gäbe es heutzutage noch städtische Schatzkammern, so müsste eine Kostbarkeit mit Sicherheit ab sofort darin verwahrt werden: Die Teltower Amtskette! In vielen Städten historisch überliefert, wurde die „Tradition Amtskette“ nun auch in Teltow zum Leben erweckt. Landrat Wolfgang Blasig übergab Bürgermeister Thomas Schmidt am 12. Juni 2012 im Rahmen eines feierlichen Festaktes die mit dem aktuellen Stadtwappen und acht weiteren Wappenbildern und Siegeln verzierte Amtskette aus Edelmetall. Die dazugehörige Stiftungsurkunde in kalligrafischer Schrift verrät eine weitere Besonderheit: „Teltower Bürger stifteten ihrer Stadt im Jahre 2012 eine Bürgermeister-Amtskette“. Dass die Kette ohne Zutun der Stadt und ausschließlich von Einwohnern gestiftet wurde, fand auch Landrat Wolfgang Blasig bemerkenswert. „Dieses außerordentliche bürgerliche Engagement ist vorbildhaft. Das zeigt, wie sehr sich die Bürger mit ihrer Stadt identifizieren.“ Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt, der die Insignien als derzeitiger Amtsinhaber nun als Erster zu würdevollen Anlässen anlegen darf,  sprach in seiner Dankesrede von einem Traditionsbaustein, der eine Brücke zwischen Historie und Gegenwart schlage. „Unsere Amtskette ist ein Resultat menschlichen Wollens, denn Teltower Bürger wollten mit diesem Projekt ein Stück Historie für unsere Stadt schaffen.“

Nachdem vor circa zwei Jahren tiefgründige Recherchen ergeben hatten,  dass es in dem einstigen Ackerbürgerstädtchen seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1265  keine Amtskette gab, beschäftigte  sich eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe umfänglich mit dem Thema. Die Initialzündung für die Idee kam von der Bürgerin Rosemarie Schröder - die Realisierung erfolgte federführend von dem Teltower Hermann Lamprecht, der im ersten Schritt die Gründung einer Projektgruppe veranlasste. „Die Schwierigkeit bestand insbesondere darin, wesentliche und geschichtsträchtige Höhepunkte herauszuarbeiten, die dann in Form von Wappen und Siegeln in der Kette verewigt werden sollten“, so Lamprecht.  Die Herstellungskosten für die Amtskette konnte er gänzlich ehrenamtlich über seine Auftritte als „Alter Fritz“  und daraus resultierende Spenden finanzieren.

Doch nicht nur an die Edelmetallkette selbst, sondern auch an eine Trageordnung hat die Arbeitsgruppe um Hermann Lamprecht gedacht: „Zur Amtskette nebst Stiftungsurkunde gehört eine von uns erarbeitete Empfehlung, bei welchen Ereignissen die Insignien präsentiert werden sollten.“ Dazu zählen beispielsweise besondere städtische Festakte, feierliche Begegnungen mit Bürgermeistern anderer Städte oder auch Einträge in das Goldene Buch der Stadt und vergleichbare Ehrungen. Doch auch außerhalb jener Anlässe wird man das traditionelle Schmuckstück sicherlich hüten wie einen Augapfel. Denn nicht nur allein das Edelmetall, sondern in erster Linie das einzigartige Engagement der Bürger macht diese Amtskette zu einem wertvollen Schatz.

AN


Kategorie: Aktuell, Presse