Straßenfussball verbindet
Am 28.10.2012 kehrte eine Gruppe von Schülern der Teltower Mühlendorf-Oberschule von ihrem zweieinhalbwöchigen Aufenthalt in Chile zurück. Im Rahmen einer internationalen Lernpartnerschaft, die in Kooperation mit KICKFAIR auf deutscher Seite und CHIGOL auf chilenischer Seite begleitet wird, wurde das Projekt von acht Schülerinnen und Schülern der Oberschule sowie einer ehemaligen Schülerin und dem Lehrer Wolfgang Zeh nach langer Vorbereitungszeit umgesetzt. Laut Christof Kürschner, Schulleiter der Mühlendorf-Oberschule, war der Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit darauf ausgerichtet, benachteiligten Schülern in den ärmsten Gebieten Santiago de Chiles über den Straßenfußball eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu organisieren sowie regionale Organisationen vor Ort zu unterstützen. "Der Sport dient dabei als Motivation für die Jugendlichen. Sie sollen lernen, sich für andere einzusetzen. Durch besondere Regeln, die vor jedem Spiel neu abgestimmt werden, wird Respekt geschaffen! Man spielt nicht, um zu gewinnen, sondern Fairness und Teamgeist stehen im Vordergrund ", betont Kürschner.
Dass dabei Gemeinschaftssinn und sogar Freundschaften entstehen, war für die Schüler der Mühlendorf-Oberschule ein weiterer positiver Effekt, wenngleich die sozialen Gegensätze deutlich spürbar gewesen seien: "Schon allein das Umfeld ist ein ganz anderes und die Unterbringung im Hotel fand auf engstem Raum statt," erzählt die 15-Jährige Angelina Päpke. Die 16-jährige Schülerin Laura Grunert ergänzt: "Unser Denken über soziale Unterschiede hat sich durch den Aufenthalt und die neuen Erfahrungen auf jeden Fall geändert". Diese Erfahrungen wollen die Jugendlichen auch an ihre Mitschüler weitergeben und sich auf diese Art und Weise für mehr Toleranz und ein friedliches Miteinander einsetzen.
Das Projekt "Straßenfussball" begann im Jahr 2009 mit dem ersten Besuch von Schülern der Mühlendorf-Oberschule in Santiago de Chile und finanziert sich teilweise aus Fördermitteln der ENSA, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, des Fördervereins, Spenden sowie durch einen Eigenanteil der teilnehmenden Schüler. Vor ihrem jüngsten Besuch in Chile konnten die Teltower bereits zwei Mal chilenische Jugendliche an ihrer Schule willkommen heißen. Für dieses außergewöhnliche, ehrenamtliche Engagement wurde Schulleiter Christof Kürschner bereits von Martina Münch, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, geehrt. Sein Ziel sei es, so Kürschner, das gemeinsame Zusammenleben an der Schule zu fördern und auch zu zeigen, dass sich die Schule für andere einsetze. Unter diesem Aspekt wurden in den letzten zwei Jahren mehrere Straßenfussballturniere organisiert, Aktionen wie "Gesicht zeigen" durchgeführt und eine Projektwoche zum globalen Lernen veranstaltet.
JP/AN

