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Mittwoch, der 19. Juni 2013
Veröffentlicht am 29.10.12

„In eigener Sache laut werden“

Selbstverteidigungs- Selbstbehauptungskurs für Mädchen und Jungen des Vereins DREIST e.V.

Im Ernstfall hätte wohl kaum ein Kind eine Chance, sich gegen einen körperlich überlegenen Erwachsenen zu wehren. Aber es gibt dennoch Möglichkeiten, wie sich Kinder aus Situationen befreien können, die sie nicht wollen - die sie bedrohen. Und wie diese aussehen, haben 12 Mädchen und 14 Jungen der 2. bis 4. Klasse in einem Selbstbehauptungs- und Verteidigungskurs gelernt, den der Hort „Ernst-von-Stubenrauch“ in Kooperation mit dem Verein DREIST e.V. angeboten hat. „Wir haben gelernt, uns selbst zu verteidigen, wenn uns jemand anfasst“, erzählt die sechsjährige Maila und zeigt ihren Eltern gleich, was sie sich gemerkt hat: Einen unangenehmen Griff abzuwehren! Das Mädchen hebelt geschickt die Hand, die ihren Arm festhält, mit einer Drehung einfach aus. Ein kleiner Griff mit dem auch ein Kind große Wirkung erzielen kann.
„Wir haben auch gelernt, dass wir klar und deutlich NEIN sagen sollen, wenn uns jemand fragt, ob wir ihm den Weg zeigen können“, erzählt Mailas große Schwester Merle. Sie weiß, dass Erwachsene keine Kinder ansprechen sollen. Und ihre sieben Jahre alte Freundin Johanna ergänzt: „Und wenn jemand seine Hand auf mein Knie oder so legt, sage ich auch ganz deutlich ‚nehmen Sie Ihre Hand da weg‘!“ Auch das Siezen ist wichtig, das schafft Abstand, erfahren die Kinder im Hort.

Drei Tage lang haben die Jungen und Mädchen in geschlechtshomogenen Gruppen gelernt, wie sie sich mit bestimmten Handgriffen und Fußtechniken zur Wehr setzen können. Sie haben in Rollenspielen immer wieder verschiedene Situationen simuliert, die tatsächlich passieren können. Was ist zu tun, wenn man angegriffen wird? Was, wenn dich jemand anfasst? Meist liegt es an der fehlenden Kommunikation. Kinder sind auf solche Situationen nicht vorbereitet, meist wissen sie nicht wie sie sich in dieser Lage verhalten sollten. Dafür stand den Jungen der Kursleiter Stefan Spiertz und den Mädchen die Kursleiterin Sabine Bäther zur Seite. „Die Kinder sind zwar körperlich die Unterlegenen. Aber uns ist es wichtig, dass sie ein Gefühl für ihren Körper entwickeln. Sie sollen für sich erkennen, wann sie sich unwohl fühlen, wer ihnen unangenehm ist und dass sie das auch äußern dürfen. Dazu gehören alle Erwachsenen- egal ob bekannt oder unbekannt. Wir wollen das Selbstbewusstsein der Mädchen und Jungen stärken und das gelingt auch, indem sie spüren, wo ihre Stärken liegen und wie sie diese richtig einsetzen können“, erklärt Kursleiter Stefan Spiertz.

Jedes Kind bestimmt selbst, wo es steht, egal ob Kindergartenkind, Vorschulkind oder Jugendlicher. Es gilt, Grenzen aufzuzeigen, die man anhand solcher Selbstverteidigungskurse erlernen kann.....oder eben klare Grenzen zu setzen. Die Kinder waren von dem Kurs allesamt begeistert und vielen war ein gestärktes Selbstbewusstsein schon nach drei Tagen anzumerken!

KL, Unternehmen Kindertagesstätten; S.Braunert


Kategorie: Aktuell