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Donnerstag, der 17. Mai 2012
Veröffentlicht am 26.08.11

Im Kampf gegen Fluglärm - Statement des Bürgermeisters

Liebe Teltowerinnen und Teltower,

vor nahezu einem Jahr beschloss eine Region auf die Straße zu gehen, um sich einer Sache zu erwähren  – der künftigen Flugroutenbestimmung des neuen Airports BBI! Was als Informationsveranstaltung geplant war, entwickelte sich zu einer ersten spontanen Demonstration auf dem Teltower Marktplatz. Eine für diesen Augenblick überwältigende Kulisse von Betroffenen war sich einig: Die von der Deutschen Flugsicherung in Aussicht gestellten An- und Abflugrouten des neuen BBI-Flughafens könne nur eine Mogelpackung und planerischer Unfug sein! Bürgerinitiativen in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf wurden gegründet und fortan koordinierte man alle regionalen Aktivitäten. Seitdem hat die Teltower Bürgerinitiative „Teltow gegen Fluglärm“ nichts unversucht gelassen, alle Aktiven im Kampf gegen die Verlärmung unserer Region ständig zu motivieren und letztlich auch Aufklärung zu betreiben, wenn es um die Vermittlung von Fachwissen geht. Ein erstes Ziel, was seinerzeit schnell realisiert werden konnte, war die Besetzung in der Fluglärmkommission des künftigen Großflughafens. Gemeinsam mit meinem Stellvertreter, Dietmar Viehweger, haben wir in Kooperation mit der Bürgerinitiative alles unternommen, um die Teltower Interessen zu vertreten! Ein außerordentlich kompliziertes Unterfangen, sind doch in der Fluglärmkommission unzählige kommunale Interessenvertretungen aktiv. So wundert es nicht, dass nicht jede Vorstellung unsererseits realisierbar wurde, da auch in der Kommission nur über Mehrheitsabstimmungen Ergebnisse zu erzielen waren.

Heute lässt sich feststellen: Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht! Es ist von außerordentlich großer Bedeutung, dass unsere Region auch weiterhin wahrgenommen wird und wir nicht etwa den Eindruck vermitteln, dass die Vorschläge der Deutschen Flugsicherung (DFS) am 04. Juli 2011 unsere Zustimmung erlangen würden. Nach wie vor vertrete ich die Meinung, dass mit den derzeitigen Vorschlägen der DFS die Ziele des Planfeststellungsbeschlusses des Flughafens ausgehöhlt werden! Den Planfeststellungsbeschluss liegt ein klares Konzept zugrunde – An- und Abflüge über dicht besiedelte innerstädtische Bereiche sind zu vermeiden! Nicht mehr und nicht weniger wird erwartet, als dass die Verantwortlichen zu ihren eigenen Aussagen stehen und die Menschen auch in unserer Region vor übermäßigen Lärm schützen. Immer wieder wurde auch von den verantwortlichen Stellen dokumentiert, dass wirtschaftliche Interessen hinter dem Gemeinwohl der betroffenen Gemeinden stehen! Was wir nunmehr dokumentiert bekommen haben, ist zu meinem großen Bedauern genau das Gegenteil. Es darf nicht hingenommen werden, dass die Lärmschutzinteressen in unserer Region den wirtschaftlichen Erwägungen des Flughafens hinten anstehen. Aus diesem Grund fordern wir nach wie vor das konsequente Ausfliegen der sogenannten Route 8 ohne Einzelfreigaben, was konkret bedeutet, dass alle Maschinen eine weiträumige Umfliegung der Region Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf vorzunehmen haben. Bislang hat die Deutsche Flugsicherung diesen Gedanken nur für schwere Landstreckenmaschinen in ihrer Abwägung vorgesehen. Anzumerken bleibt, dass die weiträumige Umfliegung unserer Region auf der sogenannten Route 8 die einzige Empfehlung der Fluglärmkommission ist, der sich sämtliche potenzielle betroffene Gemeinden angeschlossen haben!

Als Bürgermeister unserer Stadt sehe ich mich in der Verpflichtung für die Interessen Teltows in der Fluglärmkommission politisch einzutreten! Wenn jedoch nicht einmal die in der Fluglärmkommission vorgeschlagenen Ergebnisse Beachtung finden, drängt sich die Überlegung auf, dass man sich die Beteiligung der Öffentlichkeit hätte auch sparen können. Das Negieren der Flugroutenvorschläge aus der Fluglärmkommission ist in meinen Augen ein verheerendes Zeichen im Sinne meines Demokratieverständnisses! Hunderte von jungen Familien haben seit mehr als einem Jahrzehnt im berechtigten Vertrauen auf die Aussage, dass die Region von Fluglärm nicht bedroht werden würde, ihre Lebensplanung in Teltow aufgebaut. All diese Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht enttäuscht werden und so gilt es auch zukünftig wachsam zu sein. Ich bitte Sie alle auch weiterhin, die Aktiven im Verein „Teltow gegen Fluglärm“ nach Kräften zu unterstützen. Nur so wird es uns gelingen, unsere Region dauerhaft als lebenswertes Besiedlungs- und Zuzugsgebiet erhalten zu können.

Ihr

Thomas Schmidt
Bürgermeister


Kategorie: Fluglärm, Interviews