Gelebte Städtepartnerschaft auf europäischer Bühne
Auf dem Jahreskongress des Deutsch-Französischen Ausschusses im Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) in Nantes präsentierte Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt gestern gemeinsam mit seinem Amtskollegen Jean-Paul Leqoc aus der französischen Partnerstadt Gonfreville l’Orcher die gelebte Praxis einer langjährigen Städtepartnerschaft. Der Kongress, eröffnet von der Beigeordneten der Stadt Nantes, Karin Daniel, sowie von den Co-Präsidenten des Deutsch-Französischen Ausschusses, Sylvie Lenourrichel und Reinhard Sommer, stand insgesamt unter dem Motto „Frankreich, Deutschland: Gemeinsamkeiten? Zusammenarbeit?“.
Schmidt verdeutlichte den 110 Teilnehmern insbesondere die Lebendigkeit und Ausdauer, die die Kommunen Teltow und Gonfreville gemeinsam von 1966 bis heute bewiesen haben. „Wenn es stimmt, dass auch Kommunen eine gewisse Form von Außenpolitik betreiben, dann bleibt festzustellen, dass die Rathäuser in Gonfreville und Teltow gut funktionierende Außenministerien sind“, so Schmidt in seinem Vortrag. Jedoch seien es nicht nur die Rathäuser, sondern auch viele Ehrenamtler, die die „langjährige Ehe“ beider Kommunen bis dato frisch halten konnten. „Auch die hiesige Teilnahme der Vorsitzenden beider Partnerschaftsvereine Serge Le Bret und Alain Gamper macht einmal mehr deutlich, dass kommunales Ehrenamt unersetzlich ist“, so Schmidt. Untermauert wurde der Vortrag durch die vor Ort präsentierte Ausstellung "40 Jahre Städtepartnerschaft Teltow-Gonfreville 1966-2006“, die die Ereignisse der vergangenen Jahre bildhaft dokumentierte. Auch Jean-Paul Lecoq sprach von einer sehr aktiven Partnerschaftsarbeit zwischen den Kommunen und betonte besonders die Wichtigkeit des Austausches der jungen Generation. Insgesamt war der Wunsch nach vermehrter Einbindung junger Menschen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer stärkeren Beachtung sprachlicher Aspekte, eines der richtungweisenden Ergebnisse der Tagung. Darüber hinaus wurde eine Resolution verabschiedet, die unter anderem die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Gebietskörperschaften fordern soll.
„Es ist natürlich nicht immer einfach, deutsch-französische Kontakte durchweg aktiv und lebendig zu gestalten. Im Mittelpunkt der Tagung stand deshalb nicht zuletzt auch die Diskussion über die Schwierigkeiten mancher Kooperationen“, so Schmidt. „Von den Teilnehmern wurde festgestellt, dass in Zeiten von immer knapper werdenden Kassen Städtepartnerschaften oft eine echte Herausforderung darstellen.“ Die Kommunen Teltow und Gonfreville haben seiner Ansicht nach bislang jedoch alles richtig gemacht.



