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Donnerstag, der 23. Februar 2012
Veröffentlicht am 27.01.12

Gedenken an Opfer des Holocaust - "Geschwür Neonazismus" noch immer lebendig

In der Stadt Teltow wurde am heutigen Tag der Opfer des nationalsozialistischen Holocaust gedacht. Auch der  in Teltow wohnhafte Zeitzeuge Norbert Katz kam zur Gedenkstätte in der Sandstraße. "Ich bin immer wieder zutiefst berührt an einem Tag wie heute“, so Katz.  Der 86-Jährige war 19 Jahre alt, als er in ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald kam, bevor er 1945 glücklicherweise befreit werden konnte. Geblieben sind seine Erinnerungen. „Ich habe es sehr begrüßt, dass der damalige Bundespräsident Roman Herzog  im Jahr 1996 den 27. Januar zum Holocaust-Gedenktag proklamiert hat, da viele Jahre zuvor an einem 27. Januar die Auschwitz-Befreiung durch die sowjetischen Truppen erfolgt ist“, so Katz. Erschüttert sei er gegenwärtig über die  mangelnde Aufklärung, die gerade bei jüngeren Menschen immer wieder zu Tage trete. "Laut einer Umfrage, die ich vor einigen Tagen verfolgt habe, gaben 90 Prozent der unter 30-Jährigen auf die Frage, was das KZ Auschwitz gewesen ist, eine falsche Antwort.“ Die Schulen sollten diese geschichtlichen Hintergründe nach Ansicht von Norbert Katz viel intensiver behandeln. Dass die Aufklärung „ein wichtiger Schritt“ sei, betonte auch der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Berndt Längrich. Längrich warf aber nicht nur einen Blick zurück, er wies auch auf die vor einiger Zeit bekannt gewordene Mordserie des Zwickauer Neonazi-Trios hin: „Diese schrecklichen und jüngsten Ereignisse belegen, dass das Geschwür Neonazismus noch immer lebendig ist und die ewig Gestrigen noch immer aktiv sind.“ Er verdeutlichte weiterhin, dass das Scheitern des NPD-Verbotsverfahrens ein großes Manko bei der Bekämpfung des Neonazismus sei. „Daher ist es wichtig und unbedingt notwendig, zu gedenken, zu mahnen, die Erinnerung wach zu halten und den Lernprozess für diese gesellschaftlichen Vorgänge mit Leben zu erfüllen“, so Längrich. 

Mit dem Niederlegen von Blumen und Kränzen und einer anschließenden Schweigeminute erhielten die Anwesenden die Möglichkeit, der Opfer in Würde zu gedenken. 

Doch nicht nur in Deutschland wird am heutigen Tage der Opfer des Holocaust gedacht. Die Vereinten Nationen riefen 2005 den 27. Januar als "Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" aus. Seit 2006 wird er weltweit begangen.

Der Begriff "Holocaust" leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "Brandopfer". Er wird heute vor allem für den systematischen Völkermord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten verwendet. Bis zum Kriegsende wurden rund sechs Millionen Juden ermordet.


Kategorie: Aktuell, Presse