BBI: Versehen? Eher Kalkül!
Am 19. Mai 2011, also 10 Tage nach der Sitzung der Fluglärmkommission (FLK), startete um 20:42 eine A 319 vom Flughafen Schönefeld auf einer Route, von der die Menschen in Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow glaubten, sie sei vom Tisch. Probt die Deutsche Flugsicherung doch die Routen vom 6. September 2010?
„Betrachten wir die Widerstände der DSF, des Flughafen und der Fluggesellschaften gegen die mehrheitlich getroffenen Empfehlungen der Fluglärmkommission, müssen wir annehmen, dass genau dies passiert!“ äußerten sich die Bürgermeister der drei Gemeinden.
Die Deutsche Flugsicherung bietet seit einigen Jahren auf ihrer Homepage einen Service mit dem Namen Stanley-Track. Interessierte können dort für einen Zeitraum von 14 Tagen rückwirkend die Routen von startenden und landenden Maschinen nachverfolgen. Die DSF hat aber offenbar nicht damit gerechnet, dass aufmerksame Mitglieder der Bürgerinitiativen genau verfolgen, was sich in Sachen Flugbewegungen rund um Schönefeld abspielt.
Erstaunlich ist, dass in der FLK am 9. Mai 2011 die „Alternative 8“ von den Mitgliedern mit großer Mehrheit als Empfehlung an die die DSF zur Ausarbeitung gegeben wurde. Die Route wird auch als „außen rum, statt oben drüber“ bezeichnet und sieht vor, dass bei Westwind startende Flugzeuge mit Nord- beziehungsweise Ostzielen, bis zum Potsdamer Dreieck fliegen, um dann im Bogen Potsdam zu umfliegen. In diesem Zusammenhang wurde auch der Punkt NOOST an der Wannseebrücke abgelehnt. Trotz dieses Wissens hat die DSF für den sogenannten Entwurf eines Notfallplanes diesen Punkt wieder ins Spiel gebracht. Der Notfallplan soll im Falle einer Sperrung einer der Startbahnen gelten. Ähnliches passierte bereits am Flughafen Leipzig/Halle. Eine angeblich nur für den Notfall geltende Route wird jetzt mehr oder minder zur Dauereinrichtung.
„Das ist eine Flugroutenfestlegung durch die Hintertür,“ so der Stahnsdorfer FLK-Vertreter Dietmar Otto. Auch hierbei hatte sich die Fluglärmkommission gegen die Beibehaltung des Punktes NOOST ausgesprochen. Dietmar Viehweger, Stellvertreter des Teltower Bürgermeisters sagte: „Wenn man weiß, welch starken Einfluss die Luftverkehrslobby hat, wundert man sich über gar nichts mehr! Hier sind Menschen ausschließlich zahlende Kunden!“
Am 6. Juni 2011 ist die nächste Sitzung der Fluglärmkommission, dann werden die Vertreter der Gemeinden Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow Auskunft über die Probeflüge bei der Deutschen Flugsicherung einfordern.
