Willkommen und Abschied bei "MenschensKinder Teltow"

Kinder aus Frankreich und der Westsahara sind bei „MenschensKinder Teltow“ zu Gast. Bereits zum 13. Mal unterstützt und finanziert der Kita Eigenbetrieb einen unvergesslichen Aufenthalt in Deutschland.

Willkommen und Abschied nannte Goethe eines seiner zahlreichen Gedichte. Dieser Titel passte wunderbar zu dem Fest, das am vergangenen Dienstag im Ernst-von Stubenrauch-Hort veranstaltet wurde. Für 20 Jungen und Mädchen aus Gonfreville – Teltows französischer Partnerstadt – war es der Abschluss ihres 14-tägigen Aufenthalts in Teltow. Als kleines Dankeschön trugen sie ein Lied vor und überreichten den Betreuerinnen aus dem Hort selbst gestaltete Basecaps. Dabei floss die eine oder andere Träne, so sehr hatten sich die Neun- bis Zwölfjährigen an ihre deutschen Begleiterinnen gewöhnt.

Basierend auf dem Städtepartnerschaftsvertrag ermöglichen beide Städte Kinderferienaufenthalte in den jeweiligen Partner-Gemeinden. Seit bereits 10 Jahren engagieren sie sich für den gegenseitigen Besuch von Kindern. Dabei sind die Kinder aus Gonfreville l´Orcher während der gesamten Dauer des Aufenthalts - in der Regel 14 Tage – immer in einem Hort des kommunalen Träges „MenschensKinder Teltow“ beherbergt. Im Gegenzug fliegen Kinder aus den kommunalen Einrichtungen an den Dritt-Ort der Begegnung - Magland. Denn Gonfreville l´Orcher unterhält in den französischen Hochalpen ein großes Ferienobjekt.

Der diesjährige Aufenthalt der Gonfreviller Kinder war vollgepackt mit Erlebnissen, die von einem Besuch im Berliner Zoo, dem Fernsehturm und Legoland bis zu einem Abstecher in den Filmpark Babelsberg, einer Dampferfahrt und Badespaß im Freibad Kiebitzberge reichten. Gemeinsam mit den Teltower Hortkindern ermittelten sie die Besten bei einer internationalen Olympiade, wobei die gemischten Teams aus deutschen und französischen Kindern mit Geschick um den Sieg rangen.

Für 18 Kinder aus der Westsahara war das Fest ein Willkommensgruß. Sie werden ebenfalls 14 Tage im Ernst-von Stubenrauch-Hort verbringen und einige Ausflüge starten. Für die zehnjährigen Jungen, die in einem Flüchtlingslager in der Wüste aufwachsen, ist die Reise nach Deutschland ein Erlebnis, das sie nie vergessen werden. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von dem Dauerregen und patschten barfuß durch die Pfützen. Zum Willkommensfest erhielten die Kinder von „MenschensKinder Teltow“ etwas, das sie dringend brauchten: ein paar feste Schuhe. Sie bedankten sich im Gegenzug mit Ketten aus Zierperlen, hergestellt von Sahraui-Frauen. Anschließend ließen sich alle das Abendbrot schmecken. Vor dem Hortgebäude wurde ein Grill aufgestellt und so gab es Grillfleisch, Gemüsesalat mit Feta-Käse sowie Fladenbrot mit Humus.

Bereits seit 2004 sorgt der von Margot Kessler gegründete Verein SALMA dafür, dass alljährlich eine Gruppe Kinder acht Wochen „Ferien im Frieden“ erleben darf. Eine Zeit in Deutschland, in der sie ärztliche Betreuung und ausgewogene Kost erhalten. Außerdem erleben sie, dass es noch eine andere Welt gibt als die in ihrem Lager, in dem große Hitze herrscht, Wasser rar ist und Lebensmittel zugeteilt werden. Zu dem Ferienaufenthalt in Thüringen, wo der Verein beheimatet ist, gehört jedes Mal ein Abstecher nach Teltow. Seit 2004 finanziert „MenschensKinder Teltow“ dieses Projekt.

Katrin Lippisch vom Kita-Eigenbetrieb würdigte die Arbeit, die die Hortmitarbeiter und die Leiterin Grit Heidtke-Reimann bei der Vorbereitung und Durchführung des Austauschprogrammes geleistet hatten. „Letztlich unterstützt das Austauschprogramm den europäischen Gedanken für mehr Solidarität und Toleranz. Mit jedem Austausch setzen wir neue Akzente in unserer Zusammenarbeit und tragen so dazu bei, ein friedliches Europa zu schaffen“, bekräftigte Lippisch. Im Jahr 2018 gehen die internationalen Begegnungen in die nächste Runde.

Suchen & Finden
Suchen:  
Kontakt Öffnungszeiten News RSS Feed
Schriftgrösse + -
Kontrast