SEI DIR SICHER: Großes Interesse an Teltows Sicherheitstag

Mehrere tausend Besucher folgten der Einladung zum Teltower Sicherheitstag. Dort drehte sich alles um Einbruchs-, Diebstahl- und Brandschutz.

Alles verschwimmt. Innerhalb weniger Augenblicke tendiert die Fähigkeit, sich orientieren zu können, gegen null. Schlagartig entstehen bis zu 50 Kubikmeter Nebel pro Sekunde – nicht einmal mehr die eigene Hand vor Augen lässt sich erkennen. Als Schutznebel bezeichnet man jene dichte Dunstwolke, die sich am Sonnabend beim Teltower Sicherheitstag im extra errichteten Simulationsraum ausbreitete und die Besucher einhüllte. Tatsächlich ist der aus destilliertem Wasser und Glykol bestehende Dampf für kriminelle Bösewichte gedacht, für Einbrecher. Denn was sie nicht sehen, können sie nicht stehlen. "Nachdem Installationen in Kaufhäusern gezeigt haben, dass der explosionsartige Ausstoß des Nebels viele Einbrecher zum Abbruch ihrer Tat bewegt, sind die Systeme nun auch im Privatbereich auf dem Vormarsch", erklärte Verkaufsleiter Ralf Mittag. Ausgelöst werde der Nebel per Handsender oder durch das Signal einer Alarmanlage. Das Nebelfluid sei nach europäischen Standards getestet, absolut sicher und hinterlasse keine Rückstände auf Wänden und Möbeln. Etwa 20 bis 30 Minuten verbleibe es im Raum und der Eindringling nehme schnellstens Reißaus. "Bis hinein ins Haus sollte der Einbrecher gar nicht erst kommen", hörte man einen Familienvater im Hintergrund raunen. Doch wer kann ein solches Horrorszenario schon hundertprozentig ausschließen? "Die Täter werden immer dreister, sie lassen sich nicht so einfach abschrecken", sagte Polizeioberrat Ingolf Niesler von der Polizeiinspektion Potsdam. "Daher ist es ratsam, auch innerhalb des Hauses Vorkehrungen zu treffen und mehrere Schutzfaktoren miteinander zu kombinieren."

Viele dieser Möglichkeiten konnten die Einwohner der Region am vergangenen Samstag beim Teltower Sicherheitstag kennenlernen. Mehrere tausend Besucher nutzten die Chance, sich an über 50 Ständen unter anderem die Funktionsweise von Pilzkopfverriegelungen an Türen und Fenstern, Schutzfolien, Aufhebelschutzsystemen und künstlicher DNA zeigen zu lassen. Gut besuchte Vorträge ergänzten die technische Beratung um Hinweise zu Verhaltensmustern von Einbrechern. Auf großes Gehör stieß auch das Thema Brandschutz, über welches die Teltower Feuerwehren ausgiebig informierten. Schließlich dienen Rauchwarnmelder nicht nur dem Eigentumsschutz, sondern dem Schutz des eigenen Lebens. Ein meterhoher Fettbrand wurde für die Zuschauer simuliert – richtiges Verhalten im Brandfall schon den Kleinsten am Beispiel eines Rauchdemohauses im Puppenformat erläutert.

Doch nicht nur um Haus und Hof drehte sich der Tag – auch viele Fahrradliebhaber nutzten die Gelegenheit, ihren Drahtesel von der Polizei codieren zu lassen. 20 Leute und mehr standen dort mitunter gleichzeitig Schlange. Sechs Stunden lang wurden nahezu ununterbrochen Zahlen und Buchstaben in die Sattelrohre der Räder graviert. Verschlüsselte personenbezogene Codes, die sich unter anderem aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Wohnortes, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer sowie den Eigentümer-Initialen zusammensetzen. Der Vorteil: Polizei oder Fundbüro erkennen anhand des Codes sofort den Eigentümer des Fahrrads und können ihn im Falle eines Diebstahls informieren – ohne Rückgriff auf Datenbanken. Die Rahmennummer allein gibt darüber nämlich nicht genügend Informationen.

Sehr gut angenommen wurde außerdem das Begleitprogramm, denn Puppentheater, Büchertauschbörse, Detektivstand und Fahrradparcours eigneten sich besonders für Familien mit Kindern. Tierische Freude bereiteten insbesondere die Vorführungen des polizeilichen Fährtenspürhundes, der die Aufmerksamkeit seiner neu gewonnenen Fans sichtlich genoss.

"Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", sagte Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt gegen Ende der Veranstaltung. "Der Tag hat uns gezeigt, dass unsere Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit uns und der Polizei in punkto Sicherheit etwas bewegen wollen." Das Thema Prävention bleibe in Teltow weiterhin auf der Agenda. "Wir werden nun über ein kommunales Präventionsgremium nachdenken, über welches dann weitere vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden sollen."

Die Stadt Teltow bedankt sich bei allen Ausstellern, Akteuren und fleißigen Helfern recht herzlich für eine äußerst gelungene Veranstaltung.  

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