Projekt „Schulexpress“: Das „Elterntaxi“ bald auf dem Abstellgleis

Bereits am 12. Juni 2017 ist es soweit – die Anne-Frank-Grundschule aus Teltow bleibt dank der Projektwoche „Schulexpress“ für fünf Tage autofrei. Waren es die Schüler doch sonst gewohnt, von ihren Eltern bis zur Eingangstür gefahren zu werden, sollen nun zwölf vorab festgelegte Haltestellen, die jeweils rund 600 Meter von der Schule in der John-Scheer-Straße entfernt liegen, die „tragende Rolle“ in dieser bedeutsamen Woche spielen. Doch wie kam es zu der Idee?

„Wir wollen das Elterntaxi überflüssig machen“, erläuterte der 11-Jährige Jonas vom Projektteam. „Die Vermeidung des Autoverkehrs, die Reduzierung schädlicher Abgase und des Benzinverbrauchs kommt auch der Umwelt zugute“, so Jonas weiter. Denn im vergangenen Jahr retteten die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Grundschule zwölf Bäumen das Leben – und diesen Erfolg will das Projektteam in diesem Sommer übertreffen.

Die autofreie Woche soll aber auch Spaß machen und ein Ansporn sein. „Jeder Schüler, der das Elterntaxi in dieser Zeit vermeidet, bekommt für seine Klasse einen Punkt. Wer die meisten Punkte sammelt, erhält einen Preis“, erzählte das Projektteam, zu dem sich sieben Schüler zusammengefunden haben. Und der Antrieb kommt nicht von ungefähr. Im vergangenen Jahr waren während der Projektwoche 91 Prozent der 600 Schüler zu Fuß oder mit dem Rad gekommen – dieses Mal sollen es sogar 92 Prozent werden. Auf die Gehsteige werden zur Hilfe Fußabdrücke gesprüht. Diese zeigen den Kindern an, wo sie entlanglaufen sollen. „Es gibt dabei vielfältige Effekte“, sagte Rektorin Katrin Kliche. „Die Kinder bekommen Bewegung und tanken Sauerstoff vor und nach der Schule.“ Außerdem fördere die Eigenständigkeit auf dem Schulweg das Selbstbewusstsein der Schüler und vermittele praktische Erfahrungen im Umgang mit dem Verkehr. „Es ist auch gut für den Zusammenhalt unter den Kindern", so Kliche weiter.

Seit 2012 ist das Projekt „Schulexpress“ an der Anne-Frank-Grundschule verankert und findet zweimal pro Schuljahr als Projektwoche statt. „Wir sind die einzige Schule Brandenburgs, die aus eigener Kraft ein Zeichen gegen die Gefahren des Autoverkehrs setzt", erläuterte Kliche. „Jetzt kommt es aber erst einmal darauf an, alle nötigen Vorkehrungen für das kommende Projekt im Juni zu treffen: Die Nachrichtentexte für den Schulfunk müssen geschrieben, die Homepage der Schule bestückt und die Füße auf die Wege gesprayt werden. Ältere Schüler müssen gefunden werden, die die Jüngeren auf ihrem ersten „Schulexpress“-Weg begleiten“, so Kliche voller Tatendrang.

Die Spannung an der Anne-Frank-Grundschule jedenfalls steigt – der „Schulexpress“ hat mächtig Fahrt aufgenommen!

Der „Schulexpress“ ist ein Angebot an Eltern, die zum sicheren Schulweg ihrer Kinder beitragen wollen. Um die Grundschulen herum werden gut sichtbare Haltestellen eingerichtet, von denen die Kinder maximal 15 Minuten zu Fuß zur Schule gehen. So wird das Parken und Rangieren im Bereich der Schule vermieden und der Verkehr verteilt sich im Einzugsgebiet der Schule. Dadurch werden auch überflüssige Autokilometer gespart. Mehr Informationen gibt es hier.

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