Kurs "Babysitter 50 Plus" startet im Familienzentrum "Philantow"

Als Renter babysitten? Warum nicht. Ein mehrwöchiger Kurs ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Teilnehmer ausgerichtet, knüpft an Erfahrungen an und liefert ein „Update“ rund um die Themenfelder Kind und Familie.

Mit einem in Brandenburg einmaligen Projekt wollen die Akademie 2. Lebenshälfte und das Familienzentrum „Philantow“ Kinderbetreuung in der Region organisieren. „Babysitter 50 Plus“ ist eine Ergänzung und Weiterentwicklung der Initiative „Wunschgroßeltern“. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir bei der Betreuung von Kleinkindern durch ältere Menschen etwas niederschwelliger ansetzen müssen“, sagte Beate Lisofsky von der Akademie. Der Anspruch, „Wunschoma“ oder „Wunschopa“ sein zu wollen, sei doch sehr hoch. "Da ist der Einstieg als Babysitter einfacher. Was sich daraus entwickelt, ist dann offen. Das kann am Ende auch zu einer sehr persönlichen Beziehung zwischen den Generationen werden“, so Lisofsky.

Die Nachfrage nach Babysittern in der Teltower Region sei jedenfalls „riesengroß“, bestätigte Julia Tannert vom Familienzentrum "Philantow". Deshalb gebe es bereits seit 2008 eine Kooperation mit der ebenfalls in Teltow ansässigen Mädchenzukunftswerkstatt. „Dort bilden wir jugendliche Babysitter aus. Es gibt aber einen Bedarf – gerade bei Eltern, die beide berufstätig sind – die Kinderbetreuung zeitlich flexibel zu gestalten. Und darauf kann sich ein älterer Babysitter, zum Beispiel ein Rentner oder eine Rentnerin, besser einstellen“, erklärte Tannert.

Das Projekt „Babysitter 50 Plus“ startet mit einem ersten Treffen am Dienstag, den 26. September. „Insgesamt wird es sechs Treffen mit den Teilnehmern geben. Diese dauern also bis zum 5. Dezember an." Dabei werde es laut Tannert im Unterschied zu den üblichen Babysitter-Kursen weniger um die Grundlagen der Erziehung gehen; vielmehr werde auf die Erfahrungen der Teilnehmer gesetzt. Es gehe darum, die Rollenverteilung zu klären und eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln. "Kurz gesagt, müssen die Fragen 'Was darf ich und was nicht' geklärt werden", so Tannert weiter.

Die Herausforderung, als älterer Mensch in die Rolle des Babysitters zu schlüpfen, solle man nicht unterschätzen, warnte Lisofsky: „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der Erziehung vieles geändert. Darauf müssen sich die Teilnehmer einstellen. Auswertungstreffen sind geplant, um erste Erfahrungen auszutauschen. Für Rückfragen stehen Akademie und Familienzentrum den Senioren natürlich jederzeit zur Verfügung.“

Nach der Ausbildung folgt die Praxis. Dann geht es darum, dass Eltern und Babysitter in Kontakt kommen. Als direkter Vermittler darf das Familienzentrum „Philantow“ nicht auftreten. Tannert werde aber einen „Steckbrief“ an die Nutzer des Familienzentrums senden. Darauf können Eltern angeben, was genau sie von einem Babysitter erwarten. „Wir geben das an die Kursteilnehmer weiter, die dann direkt mit den Eltern verhandeln können – auch über das Honorar“, sagte Tannert abschließend.

Eine Anmeldung für den Kurs „Babysitter 50 Plus“ ist möglich bei Beate Lisofsky von der Akademie 2. Lebenshälfte Kleinmachnow, Telefonnummer 03328 473134, E-Mail lisofsky@lebenshaelfte.de. Dort können auch weitere Informationen eingeholt werden.

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