Ausstellung „Rettet die Altstadt!“ eröffnet

In der Teltower Altstadt haben Stadt, private Eigentümer und weitere Akteure eine knapp 25 Jahre andauernde Sanierungsgeschichte geschrieben, die nun in Bildern dokumentiert wurde. Am 26. April wurde die Ausstellung „Rettet die Altstadt! – Sanierungsgeschichte(n) von 1992 bis 2017“ in Anwesenheit von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider und Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt eröffnet.

Erinnern Sie sich noch an die Altstadt von Teltow, wie sie Anfang der 1990er Jahre aussah? Graue Fassaden, leere Fenster und unsanierte Ackerbürgerhäuser – das war einmal. Viel ist seitdem geschafft. Nach 25 Jahren Sanierungsgebiet „Altstadt Teltow“ zieht die Stadtverwaltung Bilanz in Form einer Ausstellung.

Begrüßt wurden die Gäste zunächst von Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt, der seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, dass der „rohe Diamant“ der Teltower Altstadt am Ende einer langen Zeitkette nun erfolgreich „geschliffen“ sei. „Vielen Mitwirkenden ist es zu verdanken, dass unser Herzstück heute ein städtebauliches Highlight darstellt. Noch vor meiner Amtszeit hat das Projekt mit dem Titel „Rettet die Altstadt“ begonnen. Maßgeblich dazu beigetragen haben Bürger, Stadtverordnete, das brandenburgische Infrastruktur- und das Bundesbauministerium und nicht zuletzt der Sanierungsträger Complan“, sagte Schmidt. „Mein besonderer Dank gilt unserer städtischen Sachgebietsleiterin für Stadtentwicklung, Iris Abraham, die das Vorhaben über viele Jahre hinweg ambitioniert begleitet hat.“

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung in der Landesregierung des Landes Brandenburg, fand ebenfalls nur lobende Worte: „Teltow agiert zukunftsorientiert und dynamisch. Es wird weitere große Aufgaben vor sich haben. Um die Zukunft ist mir also nicht bange.“

Matthias von Popowski, geschäftsführender Gesellschafter der complan Kommunalberatung GmbH, zeigte sich ebenfalls begeistert und betonte, wie viel Engagement, aber auch Geduld in das Sanierungsprojekt geflossen sei: „Wir stehen in einem wunderbaren Neuen Rathaus, haben gelungene Straßen und erneuerte technische Anlagen. Von Anfang an war dieses Projekt ein ganz besonderes für mich – meine berufliche Tätigkeit begann einst hier in Teltow. Damit aber auch nach der Ausstellung nicht alles wieder in Vergessenheit gerät, werden wir eine Broschüre erstellen, in der alle Ergebnisse verewigt werden und außerdem Bürger ihre Erzählungen und Erinnerungen teilen können. Diese wird ab August erhältlich sein.“

In der Ausstellung hingegen werden die Blicke auf einzelne Bauprojekte von stadtbildprägender Bedeutung, auf ganze Straßenzüge und verschiedene kleinteilige Aspekte der Stadterneuerung gerichtet. In vielen Bildern erzählen die Plätze, Straßen und Häuser ihre ganz individuelle Geschichte. Und auch Eigentümer und Nutzer kamen zu Wort. „15 Jahre dauerte die Sanierung unseres Hauses in der Potsdamer Straße 74 an“, erzählten etwa Ursula Senzel und Dieter Leßnau. „Es ist bereits 270 Jahre alt und somit das drittälteste Haus in ganz Teltow. Wir haben uns so gut es ging an die Denkmalpflege gehalten, obwohl wir das nicht einmal mussten. Wir konnten ein Drittel des Biberschwanzdaches beibehalten – auch bestehen unsere typischen Wände weiter – sie wurden lediglich durch andere Materialen, beispielsweise durch Lehm, ersetzt. Wir lieben dieses wunderbare Fachwerkhaus.“

Die eigentliche Sanierung der Altstadt hatte vor 23 Jahren begonnen – der damalige Zustand ist heute kaum noch vorstellbar. Die Erneuerung von Gebäuden zählte zu den Hauptaufgaben des Sanierungsverfahrens. Die Bilanz nach einem Vierteljahrhundert: Rund 90 Prozent des ehemaligen Altbauwohnungsbestandes sind erneuert. Die kleinteilige Mischung von Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen konnte heutigen Nutzungsanforderungen angepasst werden. Die vorhandene städtebauliche Struktur ist erhalten und weiterentwickelt worden. Baulücken sind zum größten Teil geschlossen, so dass der ursprüngliche Zustand einer Straßenrandbebauung wiederhergestellt werden konnte. Durch Erneuerungen und Dachausbau entstand zusätzlicher Wohnraum, so dass jetzt mehr Menschen im Sanierungsgebiet leben als zu Beginn der Maßnahme. Zur Attraktivität des Gebiets trägt auch die Erneuerung der Straßen und Plätze bei. Mit dem Bürgerhaus und dem Stubenrauch-Saal entstanden zudem kulturelle Anziehungspunkte. Im Rathaus ist außerdem eine Tourist Information eingerichtet worden.

Die Ausstellung ist noch bis 31. August 2017 im Erdgeschoss des Neuen Rathauses zu sehen. Der Eintritt ist frei!


Hintergründe:
1991 beschloss die Teltower Stadtverordnetenversammlung die Notwendigkeit zur Vorbereitung des Sanierungsverfahrens. In den Jahren 1992 und 93 fanden vorbereitende Untersuchungen statt, die im Ergebnis erhebliche städtebauliche Missstände konstatierten. 1993 wurde die Sanierungssatzung beschlossen. Die Aufnahme durch das Land Brandenburg in das Bund-Länder-Programm der Städtebauförderung „Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen erfolgte 1994. Im Jahr 1996 standen erstmalig Fördermittel für investive Maßnahmen aus dem Programm zur Verfügung. Sanierungssatzungen sind übrigens erforderlich, weil bei der baulichen Rundumerneuerung in Städten und Gemeinden etwa personenbezogene Daten erfasst werden. Nach der förmlichen Aufhebung der Satzung müssen sie gelöscht werden. Das betrifft auch den Sanierungsvermerk in den Grundbüchern.

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